Weihnachtsbaum – ja oder nein?

Bevor ich meinen Mann kennen gelernt habe, hatte ich mit Weihnachten und Weihnachtsbäumen nicht viel am Hut. Gut, die Weihnachtstage sind für mich noch immer recht normale Tage. Mit dem Unterschied: Das Telefon klingelt nicht, und an beiden Weihnachtstagen kann ich nicht einkaufen. Es ist eher die Ruhe, die ich in der Zeit genieße. Trubel habe ich die restlichen Tage im Jahr.

Immerhin konnte mein Mann mich zu einem Weihnachtsbaum überreden. Da wir keinen Weihnachtsschmuck hatten, musste also welcher organisiert werden. Ich habe mich für unauffällige Grüntöne entschieden – die Kugeln wollten wir eben nicht klassisch in Rot oder Goldtönen. Von Jahr zu Jahr habe ich tatsächlich Gefallen an einem Weihnachtsbaum gefunden.

Vielleicht lag es aber auch daran, wie ich den Baum geschmückt habe. Am 23. Dezember habe ich mir ein großes Glas Rotwein eingeschenkt und den Kamin zum Glühen gebracht. Mit roten Bäckchen – ob nun vom Wein oder von der Hitze gefärbt – habe ich den Baum mit zahlreichen Kugeln in der unterschiedlichen Größen und zwei Lichterketten verziert.

Im letzten Jahr haben wir dann einfach mal mit unserer Tradition gebrochen. Kein Weihnachtsbaum, kein Baumschmuck bei Rotwein und Holzscheiten. Der 23. Dezember war ein ganz normaler Tag. Ein Tag, wie eben jeder andere auch.

Bis Weihnachten sind es nur noch ein paar Wochen. In diesen wenigen Wochen werden wir überlegen, ob wir in diesem Jahr wieder einen Weihnachtsbaum möchten. Es gibt natürlich immer ein Pro und ein Contra – die Bäume, die extra für diesen Zweck angebaut werden, zumeist in Monokultur, dann die Preise für ein einigermaßen anständiges Exemplar. Wir könnten natürlich einen Weihnachtsbaum selber schlagen. Könnten. Mein Mann hat dafür keine Zeit (dieses Argument würde er vorschieben – „Ich bin zu faul dafür“ wäre zwar ehrlich, klingt aber nicht so wichtig). Ich hingegen könnte mir die Zeit nehmen. Wer mich kennt, hat schon beim Gedanken daran Tränen in den Augen. Und zwar vor Lachen. Ich bin nicht sonderlich groß, und so eine richtig große Axt in meinen Händen wirkt fehl am Platze. Wenn ich mit einer Axt um den Baum herum tänzle, sehe ich aus wie Rumpelstilzchen auf Entzug. Lachen ist zwar gesund, aber es muss ja nicht auf meine Kosten sein, oder?

So manche Weihnachtsbaumliebhaber greifen gerne zu eingetopften Bäumchen. Die Idee ist ja auch nicht verkehrt. Wir haben in unserem Garten aber keinen Platz, um den Weihnachtsbaum dann auszupflanzen. Und ich kenne auch niemanden, der vor Begeisterung „hier“ brüllt. Erschwerend kommt hinzu, dass ich auf dieses kleine Bäumchen nie und nimmer alle Weihnachtskugeln bekomme, die in unseren Kartons darauf warten, endlich wieder ihren großen Auftritt zu haben.

Wenn alle Stricke reißen, werde ich eine Münze zu Rate ziehen… Aber spätestens am 20. Dezember sollte sie zu Boden gefallen sein. Danach wird es recht schwierig – zumindest in unserer Umgebung – noch einen einigermaßen gut gewachsen Weihnachtsbaum zu ergattern. Was auch mein Mann inzwischen zugeben muss.

Vor einigen Jahren wollte er mir allen Ernstes verkaufen, dass man auch Heiligabend noch einen tollen Baum bekommt. Bis zum letzten Moment hat er es raus gezögert – da half auch kein Zetern meinerseits. So sind wir dann den halben Morgen durch die Gegend gefahren. Was aber nicht daran lag, dass wir uns nicht entscheiden konnten, welchen dieser wunderbaren Bäume wir denn nun kaufen wollten. Oh nein, weit gefehlt. Es gab nämlich keine Bäume mehr. Wir haben noch einen Stand gefunden, der noch ganze zwei Bäume im Verkauf hatte. Und diese beiden Bäume waren ganz wunderbar gewachsen. Wunderbar? Eher wundersam. Wir haben uns dann für das kleinere Übel entschlossen. Für dieses Übel durften wir übrigens den vollen Preis berappen. Ich mag die Situation vielleicht falsch einschätzen. Aber irgendwie haben wir uns wohl übers Ohr hauen lassen…

Wie feiert ihr Weihnachten – mit oder ohne einen Weihnachtsbaum?

Kommentare

8 Kommentare zu ‘Weihnachtsbaum – ja oder nein?

  1. Erstmal vielen Dank fuer deinen Kommentar!

    Weihnachtsbaum, schwierige Frage … als ich noch daheim gewohnt habe, hat er dazugehoert, v.a. fuer die Großeltern eben (mit Singen, urgs).
    … die bessere Haelfte will auch einen. Ich eher nicht … muss man aufbauen, abbauen, saugen, gießen. Aber nun ja, Tradition …
    Als Zugestaendnis musste er mir neuen Christbaumschmuck genehmigen, Kugeln in Rot-Silber. Dieser Strohsternkram ist immer so Kleinkram :D

  2. Bei so viel Talent kann ich nicht „still“ lesen :-)

    Bis zu einem gewissen Alter scheint es mehr oder minder überall gleich oder ähnlich zu sein – „Oh Tannebaum“ unter dem Weihnachtsbaum und die Großeltern sind überglücklich. Das muss wohl so sein… Bei uns war es nicht der Gesang, sondern das Gedudel meiner Blockflöte. Ein Wunder, dass ich nicht alle Katzen von den Dächern geholt habe…

    Och, das ist doch eigentlich lieb, dass Deine bessere Hälfte für neuen Christbaumschmuck sorgt :-) Gibt es dann Bilder auf Deinem Blog von Deinem rot-silbernen Kunstwerk zu sehen?

  3. Seit die Kinder aus dem Haus sind, an Weihnachten aber immer hier sind, halten wir es locker mit einem Baum. Manchmal gibt es einen, manchmal stehen einfach große Tannenzweige in einer großen Vase, bunt geschmückt mit Kugeln und Kerzen, das reicht uns. In diesem Jahr verspüre ich allerdings Lust auf einen Baum mit Wurzeln, denn in unserem Garten gibt es Lücken. Wenn es denn soweit ist, werde ich ihn dann mal zeigen, in meinem Blog.
    Bis dahin
    liebe Grüße
    von Edith

    • An eine Vase habe ich auch schon gedacht – das wäre eine schöne Alternative. Allerdings haben unsere beiden Damen die Angewohnheit, den Wachhund zu machen, wenn sie draußen was hören. Und wenn eine Vase in der Schneise steht, dann wird nicht etwa ein Bogen drumherum gemacht… Auf dem Tisch ist leider kein Platz.

      Auf die Bilder von eurem Baum bin ich schon gespannt!

      Liebe Grüße, Carola

      • Weihnachtsbaum – ja, ich mag das schon, zumal wir von Haus aus nur Wachskerzen gewöhnt sind. Allerdings habe ich seit Jahren den typischen Geruch der frischen Bäume vermisst! Ein Obstbauer der Region bietet auch Weihnachtsbäume an. Ihn haben wir gefragt und er meinte, dass es an den Spritzungen liegt. Aha, behandelte Tannenbäume! Das hatte ich auch noch nicht gewusst. Wir kaufen seit 2 Jahren bei ihm und sind ganz glücklich, diesen harzigen Duft der Bäume über die Weihnachtstage zu genießen. Aber der Aufwand ist natürlich groß. Wir wohnen in einem sehr alten Haus mit kleinen Zimmern, niedrigen Decken und begrenztem Platz für einen Baum. Ich denke, wir werden nur ein paar frische Zweige in die Vase stellen….LG Sabine

  4. Oh, das mit den Spritzungen habe ich auch nicht gewusst. Hmm, vielleicht sollte ich doch noch einmal umdenken. Vielleicht habe ich auch das Glück, hier in der Nähe einen Bauern zu finden, der Bäume verkauft, die eben noch nach Weihnachten riechen.

  5. Hallo, da bin ich zum Gegenbesuch und komme gleich zum Lachen über diese lustige Geschichte.
    Ich kenne es gar nicht anders, bei uns gab es schon immer einen Baum. Wir wohnen schon immer in einer waldreichen Gegend und seit unser Sohn angehender Förster ist, bekommt er seinen Baum umsonst.
    Mein Mann dagegen hätte es gern wie bei seiner Oma, große Zweige in eine Vase und nur wenige Kugeln und echte Kerzen dran angebracht.
    Viele Jahre hatte ich alles in dezentem Lila und Silber. Seit ein paar Jahren nun wechseln sich Strohschmuck und rote Kugeln ab. Ganz mit Strohsternen, Stroh-Engeln und roten kleinen Schleifchen schaut es auch richtig schick aus.
    Jetzt mag ich noch keinen Baum aussuchen, aber das Fieber kommt schon noch. Nur ganz so knapp vor dem Fest muss man sich sputen, um noch was Ordentliches zu bekommen.
    Viele Grüße von Kerstin.

  6. Hallo Kerstin,
    das ist natürlich außerordentlich praktisch, wenn der Baum frei Haus geliefert wird.

    Ich finde es immer wieder interessant, welche Baumschmuck-Vorlieben es gibt. Angefangen von den Strohsternen, bis hin zum Klassischen. Nur das überdimensionierte, typisch Amerikanische ist mir hier noch nie begegnet. Wobei ich wie Du auch eher der schlichte Schmuck-Typ bin.

    Ach, heute habe ich übrigens die ersten Weihnachtsbäume gesehen… Ich habe nur nicht schauen können, ob die schon verkauft werden.

    Liebe Grüße, Carola

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