Hartriegel im Herbst

Vom letzten Aufbäumen und ganz wunderbaren Kreuzungen

Während sich der November gerade von seiner bezaubernden Seite präsentiert, zeigt sich in meinem Garten das letzte Aufbäumen. Ein paar vorwitzige Triebe der größeren Glockenblume sind der Meinung, dass sie um diese Jahreszeit noch einen auf Sommer machen möchten. Nun gut, der Sonnenschein verleitet ja auch zu dieser Annahme. Nicht aber die Temperaturen. Morgens ist es doch schon ein wenig … ich nenne es mal frisch. Es friert nachts noch nicht bei uns. Aber lange wird die erste frostige Nacht nicht mehr auf sich warten lassen.

Bis zu dieser Nacht werden auch die Studentenblumen nochmals alles geben. Noch immer sind zahlreiche Knospen an den Pflanzen. Aber ob die noch bis zum ersten Frost blühen werden? Ich werde es ja sehen.

Vorher möchte ich die Studentenblumen auch nicht entfernen. Immer wieder werden sie um die wärmere Mittagszeit herum angeflogen. Ebenso die Glockenblume und nicht zu vergessen: der Efeu. Im Sonnenlicht tummeln sich zahlreiche Insekten auf den unscheinbaren Blüten dieser Kletterpflanze. Bis zum Schnitt werde ich also noch abwarten. Und eine ganze Menge Tee trinken, wie mir scheint. Denn die Tage soll sich das Wetter noch halten.

Gräser

Bergenie

Kirschlorbeer

Glockenblume

Funkie

Vogel aus Beton

Insgesamt merke ich schon, dass sich das Jahr so langsam dem Ende neigt. Nun verliert auch die Süßkirsche ihr prachtvolles Laub, die Gräser werden braun, die Hortensien bekommen eine Herbstfärbung, der Hartriegel entledigt sich ebenfalls seiner rötlichen Blätter.

Überall hört man gerade draußen die Kettensägen – alle nutzen das schöne Wetter. Es wird gestutzt, geschnitten, gesägt … was das Zeug hält. Ganze Büsche werden werden radikalst geschnitten, damit sie im kommenden Frühjahr wieder ihre ganze Schönheit zeigen können. Andere hingegen werden aus den verschiedensten Gründen direkt dem Erdboden gleich gemacht. Samt Stumpf und Stiel werden sie entfernt. Waren sie alt, krank oder einfach nicht mehr schön?

Trotz dieser Momente, die die Vergänglichkeit zeigen, wird mir bewusst, dass vieles Vergängliche überhaupt nicht vergänglich ist. Manchmal verliert man, in dem Fall ich, einen liebgewonnen Menschen aus den Augen. Und dann, wenn man, also wieder ich, überhaupt nicht damit rechnet, tritt eben dieser Mensch wieder ins Leben. Mit ganz großen Schritten. Meine liebe Antje, ich freue mich so sehr, dass sich unsere Wege erneut kreuzen. Und ich freue mich schon jetzt auf die Zeit, die wir gemeinsam bestreiten. Und ich pfeife auf Cancer und Kilometer :-)

Bilder: © cane

Kommentare

4 Kommentare zu ‘Vom letzten Aufbäumen und ganz wunderbaren Kreuzungen

  1. ja meine Liebe, das kann ich so zurück geben…ich freue mich auf eine neue Zeit die uns gegeben wurde…
    Kilometer sind doof…alles doofe ignoriere ich…also ignoriere ich Cancer und Kilometer…ich freu mich einfach nur :)

  2. Hallo. Es ist schön, wenn man sich wieder findet. Vor allem wenn man die Zeit, die man noch hat, gemeinsam genießen kann. Ich freue mich für euch, dass ihr euch wieder habt. :)

    Der Garten ist der schönste Beweis dafür, dass ein Ende nicht gleich ein Ende sein muss. Ich liebe das Gärtnern, weil man hier die Früchte seiner Arbeit sehen kann und es ist eine Therapie, die man sich selbst geben kann, finde ich. Auch wenn ich mir etwas kaufe, ist es eigentlich nur für den Garten. Es beruhigt meine Seele, dieses stetige schlafen und erwachen der Pflanzen. Deine Bilder sind wirklich toll. :)

    Ich wünsche euch beiden das Beste!

    • Danke schön liebe Barbara :-)
      Gell, das Gärteln ist was ganz wunderbares – ein schöner Ausgleich zum Alltag.

      Liebe Grüße, Carola

  3. Und bei mir steht der Mohn in vollen Knospen! Ich glaub, das war letztes Jahr auch schon so und ich meinte im Spaß, dass ich vielleicht im Advent statt dem Weihnachtsstern die Mohnblüte in die Vase stellen werde.
    So mild ist sicher nicht gut für die Natur. Ich muss morgen mal bei unseren Nachbarn genau schauen gehen. Ich glaube, deren Magnolie bekommt Knospen.
    Liebe Grüße von Kerstin.

Comments are closed.