Anzucht 2015

Umzug und Nachschub

Gestern war einer dieser Tage, an denen der einzelne Herr mich gerne im Baumarkt vergessen hätte. Nicht, dass ich mal wieder konzeptlos durch den Laden geschlichen bin. Im Gegenteil – brav, wie ich manchmal sein kann, habe ich tatsächlich einen Einkaufszettel geschrieben. Für mich. Naja, eigentlich auch für ihn, schließlich hat er im Laufe des Jahres auch etwas davon.

Im Wagen landete mal wieder das, was Frauen halt so für die Anzucht brauchen … Erde, Erde, Erde. Und ein wenig hiervon und ein bisschen davon. Es hätte ihn auch schlimmer treffen können. Zugegeben, er ist momentan ein wenig gebeutelt. Der Herr kämpft mit dem Anflug einer Erkältung. Sollte er mich anstecken, kann er sich zu Ostern das Stückchen Fleisch abschminken.

Anzucht Tomaten

Die umgesetzten Tomatenpflänzchen haben sich prima vom Umzugsstress erholt. Nun können sie erst einmal in Ruhe wachsen, bis es in den endgültigen Kübel geht. Aber das dauert noch ein Weilchen.

Über die Tage sind meine Zöglinge ganz gut gewachsen, sodass der eine oder andere Kandidat dringenst ins etwas größere Übergangstöpfchen umziehen musste. Angefangen habe ich natürlich mit den Tomaten, wie kann es auch anders sein. Bereits beim ersten Umzug achte ich darauf, dass ich die Pflänzchen schon tief in die Erde setze, damit sie ordentlich Wurzeln ausbilden.

Als nächstes waren dann einige der Schwarzäugigen Susanne dran. Nicht alle, weil nur fünf Pflänzchen schon ausreichend groß waren und das erste Blattpaar ausgebildet hatten. Immerhin sind meine eigenen Samen deutlich besser aufgegangen, als die gekauften im vergangenen Jahr. In diesem Jahr sind bei der Anzucht tatsächlich 100 Prozent – also zwölf von zwölf Samen – aufgegangen. Die restlichen sieben Pflänzchen, die gerade was werden, kommen dann mit dem nächsten Schwung in neue Erde. Die ersten fünf Baby-Susannen habe ich direkt schon in das eigentliche Hängegefäß gesetzt. Eigentlich mutig von mir, weil ich noch gar nicht weiß, wo und wie ich es aufhängen möchte. Der einzelne Herr würde jetzt ein fast unhörbares „typisch“ in den Bart knurren. Da findet sich schon ein Plätzchen.

Anzucht Basilikum

Meine ersten Erfahrungen mit Basilikum … so auf keinen Fall wieder.

Nachdem ich dann fix die Susannen in der Erde hatte, war das Basilikum dran. Das war das erste und letzte Mal, dass ich auf diese Art und Weise Basilikum vorgezogen habe. Diese blöden vorgebauten Plastikeinsätze sind prima für Tomaten und Paprika sowie die Schwarzäugige Susanne – sicherlich auch für andere Pflanzen. Aber für das Königskraut ist das mal vollkommen am Thema vorbei. Die Erde habe ich samt der Zöglinge eher bescheiden rausbekommen. Äußerst bescheiden. So habe ich es immerhin geschafft vier Töpfchen zu bepflanzen. Ich glaube, ich werde nochmals Basilikum aussäen … dann aber direkt in die Töpfe, in denen es später wachsen soll. Das Kraut hat so dankbar gekeimt, dass es ganz sicher kein Hexenwerk ist, das nachzuziehen. Mal sehen, wann ich wieder im Baumarkt vorbei komme, und wie ausverkauft das Saatgut bereits ist.

Das gleiche Spiel hatte ich dann mit dem Mangold. Letztendlich war es mir zu blöde, sodass ich dann nochmals Mangold ausgesät habe. Zumindest weiß ich im kommenden Jahr, was ich wie vorziehen werde.

Anzucht Tagetes

Ist klar, wer vergessen hat zu notieren, um welche Sorte es sich handelt…

Zum Schluss waren dann die Tagetes dran. Derzeit versuche ich die restlichen gekauften Samen anzuziehen. Ist ja nicht so, dass ich davon nicht genug hätte… Und noch deutlich mehr, die ich selber im letzten Jahr geerntet habe. Deutlich mehr trifft es dann wohl ehrlich gesagt nicht so ganz. Sagen wir mal so: Ich kann einen ganzen Acker mit Tagetes versorgen. So, nun ist’s raus. Irgendwie bekomme ich die auch noch im Garten unter. Die werde ich dann wohl so unter die Erde bringen und mich überraschen lassen, wieviele nicht von den Schnecken aufgefressen werden.

Nachdem ich gestern dann noch einige Mangoldsamen in einen größeren Kübel gebracht habe, war dann auch gleich die Petersilie mit dabei. Ich bin gespannt, wie lange es dauern wird, bis die aufläuft. Das soll ja wohl ein Geduldsspiel sein. Also genau das Richtige für mich.

Bei dem gestrigen Mangold und der Petersilie ist es natürlich nicht geblieben. Den ersten Salat habe ich vorgesät, Kohlrabi und Radieschen ebenfalls. Gestern… Heute war ich selbstredend ebenfalls nicht untätig: Nochmals Tagetes und endlich der Schnittlauch. Danach habe ich das einigermaßen gute Wetter genutzt und die gelben Hornveilchen (die wurden zumindest als solche vertrieben) in die Erde und den Kübel gebracht.

Anzucht 2015 Tagetes

Noch mehr Tagetes… Bereits in Töpfchen, die sich praktisch ans Geländer hängen lassen. Geplant sind die unten an der hinteren Terrasse. Dort sind am Sichtschutz zwei Spaliere befestigt, die ein wenig Farbe gebrauchen können.

Und nun wollte ich eigentlich noch in den Märchenwald und ein paar Fotos machen. Inzwischen hat sich aber der Himmel zugezogen und die Sonne ist mehr oder weniger hinter der Wolkendecke verschwunden. Vielleicht habe ich später noch Glück und das Licht wird besser. Falls nicht: Oben habe ich noch Erde und Samen…

Sind eure Zöglinge auch schon bereit für einen Umzug?

Bilder: © cane

Kommentare

2 Kommentare zu ‘Umzug und Nachschub

  1. Du bist aber fleißig. Das schaut ja schon fast aus wie in einer Gärtnerei. Ich bin da nicht so geduldig, kaufe mir die Tomatenpflanzen beim Gärtner. Einzig Schnittblumen säe ich im Beet aus und paar Kräuter.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    • Ach, so viel Geduld braucht es gar nicht – zumindest bei den meisten Gemüsesorten. Tomaten sind beispielsweise einfach und dankbar. Bisher sind immer alle Samen aufgegangen… Deswegen hatte ich im letzten Jahr auch sage und schreibe 48 (!) aufgegangene Tomatensamen – und dankbare Abnehmer.
      Der Vorteil ist halt, dass ich mir die Sorten selber aussuchen kann. Und jedes Jahr was neues ausprobieren könnte, wenn mir danach ist. Bei uns werden nur die Standardsorten angeboten: Rund, klein, groß. Das war es dann. Ich bin doch ab und an so experimentierfreudig :-).
      Im letzten Jahr hatte ich auch Paprika, Salat und Zucchini aus der Gärtnerei. Lediglich der Salat hat mich glücklich gemacht. Allerdings konnte ich keinen nachordern, da die im Sommerurlaub waren. Deshalb ziehe ich den in diesem Jahr selber – wenn es denn was wird.
      Schnittblumen selber aussäen finde ich auch klasse. Vor allem, wenn es bunt gemixt ist.
      Liebe Grüße, Carola

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