Tomatenpflanzen

Kämpfernatur

Im ersten Moment habe ich nur gedacht: „Mist, die kannst du gleich auf den Kompost tragen und dich von ihr verabschieden!“ Es sah tatsächlich so aus, als ob ich Abschied von einer meiner selbst gezogenen Tomatenpflanzen nehmen müsste…

Was war zuvor geschehen?
In den letzten Monaten lief gesundheitlich leider nicht alles so, wie ich es gerne gehabt hätte. So bin ich letztlich mit meinen Tomaten böse in Verzug gekommen. Um nicht zu sagen: einen ganzen Monat Verzug. Als meine Zöglinge dann endlich groß genug waren, um in die großen Töpfe umzuziehen, spielte das Wetter nicht mit.

Die Eisheiligen waren in diesem Jahr in unserer Region tatsächlich sehr eisig. Es war kalt, sogar sehr kalt – an einem Ausflugsnachmittag nach Zons mussten wir sogar auf unsere Winterjacken zurückgreifen. Aber zurück zu meinen Tomatenpflanzen. Die, wie erwähnt, schon eine gute Größe erreicht hatten und leider etwas spiddelig geraten waren. Und beim Eintopfen in die großen Pötte war es geschehen…

Tomatenpflanze

Inzwischen hat die gerettete Tomatenpflanze ganz gut aufgeholt. Sie ist zwar noch deutlich kleiner als ihre Nachbarn, aber ich denke, dass sie in Kürze ebenfalls einen Schuss nach oben macht. Schließlich musste sie ihre ganze Kraft in das Wurzelwachstum stecken.

Eine blöde Bewegung meinerseits (ich will der Tomatenpflanze beim besten Willen nicht die Schuld in die Schuhe schieben – ich war halt für einen Moment äußerst ungeschickt) und die Tomate war wortwörtlich geknickt. Was ein Mist. Und nun?

Erst einmal habe ich mich über meine mangelhaften Fingerfertigkeiten geärgert und mich dann wieder an die Eintopf-Arbeit gemacht. Denn die Vergangenheit lehrte mich, dass Ausgeiztriebe, die einfach nur als Mulch auf der Erde liegen, durchaus wurzeln können, zu stattlichen Tomatenpflanzen heranwachsen und sogar Früchte tragen.

Also ab mit der geknickten Tomatenpflanze in die Erde und warten. Und warten. Es dauerte schon eine Weile, bis sich die Pflanze berappelt und ausreichend Wurzeln gebildet hatte und wieder zu neuem Leben erweckt wurde.

Was ist aus der Tomatenpflanze geworden?
Die Frage lässt sich einfach beantworten: Aus der einst spiddeligen und geknickten Pflanze ist eine stattliche Tomatenpflanze geworden, die inzwischen blüht und mich in Bälde mit Tomaten erfreuen wird. Der Pflanze ist es nicht mehr anzusehen, dass sie kurz davor war, den Kompost zu bereichern.

Übrigens: Ihr könnt nicht nur aus den ausgegeizten Trieben super einfach neue Tomatenpflanzen ziehen. Wenn die Pflanze sehr groß gewachsen ist, könnt ihr die Spitze abschneiden und in Wasser stellen beziehungsweise auch in Erde einbuddeln. Pflanzstab und regelmäßiges Gießen nicht vergessen. So habe ich im vorletzten Jahr noch nebenbei ein Pflänzchen gezogen. Gutes Gelingen :-)

Bilder: © cane

Kommentare

2 Kommentare zu ‘Kämpfernatur

  1. Also das mit den abgeschnittenen Spitzen muss ich mir merken, wenn die Pflanzen zu groß werden uns ans Mini-Tomatenzelt stoßen. So war es beim letzten Mal.
    Ich habe Pflanzen von meiner Schwester bekommen, aber bei ihr wie auch bei mir wollen sie schlecht wachsen. Ich hab zwar Zeit, aber irgendwann will man auch ernten. Von Blüten ist bei mir jedenfalls noch nichts zu sehen.
    Viele Grüße von Kerstin.

  2. Dieses Jahr habe ich das Gefühl, dass die Tomaten insgesamt nicht so wollen. In den letzten Jahren waren meine Tomaten um diese Zeit doppelt so groß (in alle Richtungen) und hatten unzählige Blüten. In diesem Jahr kann ich wohl nicht auf 15 Liter Tomatensoße hoffen…
    Drücke dir die Daumen, dass es bei dir jetzt endlich los geht.
    Probier das mit den Spitzen ruhig mal aus – bevor du die eh auf den Kompost wirfst. Aber du musst da echt Geduld beweisen … das dauert eine ganze Weile, bis die dann so aussehen, als ob sie Fuß gefasst haben.

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