Tomaten

Tomatenliebe

Ein Jahr ohne eigene Tomaten? Undenkbar! Ob nun als Salat, im Salat, mit Mozzarella, als Pasta- oder Pizzasauce, direkt von der Pflanze in den Mund … Tomaten sind aus meiner Küche nicht wegzudenken. Natürlich könnte ich welche kaufen, zumal nicht nur die klassischen roten Rundtomaten angeboten werden. Aber aus dem eigenen Kübel schmecken sie mir einfach am besten. Außerdem geht es nicht frischer, und ich kann mich durch die vielen Tomatensorten, die es als Samen zu kaufen gibt, durchprobieren.

Wie viele Sorten es in diesem Jahr sind, kann ich gar nicht genau sagen. Abgesehen von den vier Tomatensorten, die ich wissentlich vorgezogen habe, waren in dem Überraschungstütchen fünf Samen unbekannter Sorte – und ich weiß beim besten Willen nicht mehr, ob davon alle Samen aufgegangen sind. Ich lasse mich einfach überraschen.

unreife Tomaten

Tomaten selber aus Samen ziehen ist kein Hexenwerk
Es ist wirklich nicht schwer, aus Samen selber Tomaten (und viele andere Pflanzen) zu ziehen. Solange sie ausreichend Licht, Wärme und Feuchtigkeit bekommen, kann nicht viel schief gehen und aus den kleinen Samen – es gibt wirklich sehr kleine Tomatensamen – wachsen schließlich üppige Tomatenpflanzen.

Da ich aus Platzmangel im Freien hauptsächlich Tomaten vorziehe, lege ich die Samen tatsächlich einzeln. So behalte ich unter anderem – in der Regel – den Überblick, wie viele Samen und welche Sorten aufgegangen sind. Wann ich mit der Aussaat beginne? Nun, irgendwie hat sich bei mir der 5. März zum Tomatenaussaattermin entwickelt. Scheinbar passte die letzten Jahre dieser Tag immer in meinen Zeitplan, sodass ich dieses Datum beibehalten habe.

Tomaten

Der Mohn wächst inzwischen überall im Garten, sogar in einem der Tomatentöpfe. Letztes Jahr sind beim Beetsäubern so einige Samenkapseln im Kompost gelandet.

Sobald das erste Blattpaar gut ausgewachsen ist und das Pflänzchen einen ausreichend kräftigen Eindruck macht, pflanze ich das Tomätchen in einen etwas größeren Topf. Hierfür mische ich Anzuchterde mit normaler Erde oder auch Komposterde. Die Jungpflanzen vertragen noch kein Übermaß an Nährstoffen. In diesem Töpfchen verbleiben sie solange, bis sie in den endgültigen Topf gepflanzt werden.

Bereits beim Pflanzen in das erste Töpfchen setze ich das Tomatenpflänzchen schon tiefer. Und zwar fast bis zu den Keimblättern. So kann die Tomatenpflanze mehr Wurzeln ausbilden. Wenn ich in den endgültigen Topf pflanze, setze ich die Tomate ebenfalls tiefer in die Erde ein (bis zu den ersten echten Blättern), dafür entferne ich sogar die Keimblätter.

Erde und Dünger
Da ich eigenen Kompost habe, verwende ich natürlich diesen für meine Tomaten. Zumindest, solange der Vorrat reicht. Alternativ kommt auch Pflanzerde zum Einsatz – natürlich ohne Torf.

Wenn die Tomaten in den großen Topf umziehen, dann schichte ich Erde und Dünger … eine Schicht Erde, eine dünne Schicht Hornspäne (oder Guano, was gerade da ist), Erde, Hornspäne und so weiter.

Etwa Ende Juni fange ich mit dem Nachdüngen an. Dafür verwende ich einen flüssigen Tomatendünger, den ich ab und an mit dem Gießwasser gebe. Tomaten sind Starkzehrer, die recht viel Dünger, also Nährstoffe, benötigen. Allerdings nicht in Unmengen. Auch bei Tomaten gilt: weniger ist mehr!

noch grüne Tomaten

Diese Tomaten haben ein dunkleres Grün als ihre Nachbarn.

Krankheiten und andere Erscheinungen
In der Vergangenheit hat mich auf dem Balkon die Kraut- und Braunfäule erwischt, vielmehr die Cocktailtomaten, die ich damals hatte. Da sie regelmäßig Regen abbekommen haben, blieb die Fäule nicht aus. Es gibt Jahre, in denen läuft es nicht so ganz rund.

Auch die Blütenendfäule, übrigens keine Krankheit sondern ein Kalziummangel, habe ich schon beobachten dürfen. Meist trat dieser Nährstoffmangel an meinen Romatomaten auf. Sobald sie etwas Tomatendünger bekommen haben, hatte sich dieses Problem in Luft aufgelöst. Wenn ihr also die Blütenendfäule an euren Tomaten feststellt, müsst ihr nicht verzweifeln. Die Tomatenpflanze ist nicht krank, sondern nur nicht richtig ernährt und muss nicht entsorgt werden.

Was hat sich bei meiner Tomatenpflege in den letzten Jahren verändert?
Nun, in den ersten Jahren war ich regelmäßig mit dem Ausgeizen ausgelastet. Penibel habe ich jeden Auswuchs an den Blattachseln entfernt – sobald auch nur ein Ansatz zu sehen war, bin ich zur Stelle gewesen! Das hat sich im Laufe der Jahre dann doch deutlich entspannt.

Inzwischen Geize ich nach innen wachsende Triebe aus und immer mal wieder hier und da welche, weil es sonst einfach zu viele Triebe werden.

Zudem entferne ich das Laub. Ja, meine Tomaten mache ich nackig! Das habe ich mal im Erwerbsanbau gesehen. Die Tomaten stecken ihre Kraft in die Frucht, nicht in die Blätter. Außerdem benötigen sie so deutlich weniger Wasser. Seitdem habe ich kein Problem mehr mit der Fäule!

Tomaten

Ich vermute, dass diese Tomaten aus dem Überraschungstütchen stammen. Ob sie ebenfalls bläulich werden? Oder gar braun? Ich bin wahnsinnig gespannt, wie sie sich verfärben werden.

Meine Tomaten im kommenden Jahr
Auch wenn es noch einige Monate bis zum Jahreswechsel dauert, mache ich mir jetzt schon Gedanken über die kommende Tomatensaison. Sollte ich tatsächlich endlich mal Ochsenherzsamen bekommen, werde ich die definitiv bestellen. Für Manuela ziehe ich wieder ihre geliebten Wildtomaten an (micht schüttelt es direkt bei den sauren Dingern). Vielleicht probiere ich mal eine andere blaue Sorte aus, wobei ich die derzeitige wirklich sehr lecker finde. Aber vielleicht gibt es noch eine andere blaue Tomate, die mir noch besser schmeckt? Die restlichen beiden Tomatensorte wähle ich nach Lust und Laune aus. Vielleicht hat Manuela noch spezielle Tomatenwünsche, die mir auch gefallen.

Tomaten

Jeden Tag bekommen diese beiden Tomaten (die zweite Tomaten ist im Hintergrund nur zu erahnen) etwas mehr Farbe. Wie lange mag es wohl noch dauern, bis ich sie endlich ernten kann?

Bilder: © cane

Kommentare

2 Kommentare zu ‘Tomatenliebe

  1. Tomaten sind doch das Sommergemüse! Ich liebe sie auch mit Mozzarella oder Feta im Salat. Mit viel Zwiebel, Öl und Essig. Oder püriert mit gebratenen Schinkenwürfeln, Zwiebeln und Knoblauch als Soße zu Nudeln. Hm, ich könnte schon wieder essen :-)
    Liebe Grüße von Kerstin.

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