Blauer Webschal

Selbstgemachte Webschals und der Winter kann an die Tür klopfen

Alles fing eigentlich mit einem ganz harmlosen Post auf Facebook an. In einer Selbstversorgergruppe präsentierte eine Frau ihre selbstgewebten Geschirrtücher. Irgendetwas zischte durch meinen Kopf, und wie ferngesteuert machte ich mich auf die Suche nach einem günstigen Webrahmen, der auch Anfängern ansehnliche Ergebnisse liefert. Gesagt, getan, bestellt.

gestreifter Webschal

Mein erster Webschal überhaupt … kaum war er fertig, habe ich ihn sorgfältig verpackt und nun freut sich mein Lieblingsmensch über diesen überlangen Schal, der mir beim Anprobieren (wir hatten 35 Grad Celsius im Schatten) den Schweiß aus den Poren getrieben hat.

Es dauerte nicht lange, bis der Webrahmen geliefert wurde. Noch schneller waren die einzelnen Teile zusammengebaut und ich war stolze Besitzerin eines Webrahmens. Allerdings hatte ich nicht daran gedacht, auch für Wolle zu sorgen. „Schatz, ich bin kurz weg!“ habe ich beim Rausgehen nach oben gerufen, mich mit dem Rad und einem großen Beutel bewaffnet auf den Weg gemacht und Wolle gekauft. Viel Wolle, versteht sich. Denn zu dem Zeitpunkt hatte ich überhaupt keine Ahnung, wieviel Wolle ich für einen Webschal brauchen könnte – denn zum Üben wollte ich mehrere Schals weben. Der Beutel war voll, ich überglücklich und ab ging es nach Hause, den Webrahmen bespannen.

Das Bespannen ist, ehrlich gesagt, mein ganz persönlicher Horrortrip. Was auch immer ich da falsch mache, ich mache es falsch. Intuitiv, immer wieder. Nun gut, beim zweiten Mal geht bekanntlich alles schneller und besser. Also habe ich einen auf Rumpelstilzchen gemacht und den Rahmen neu bespannt. Und konnte endlich loslegen. Nach gut einem Meter war ich mit meinem Erstlingswerk nicht unbedingt zufrieden, sodass ich die Kettfäden vom Webrahmen genommen und alles von vorne gewebt habe.

blauer Webschal

Mein zweiter Schal – eine dankbare Wolle, sodass ich in kürzester Zeit fertig war. Bekommen hat den Webschal eine liebe Freundin, die leider eine Operation hinter sich bringen musste und ich so zumindest etwas zum Kuscheln beisteuern konnte.

Vor Urzeiten war ich schon mal im Besitz ein Schulwebrahmens. Aber ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, ob ich ihn jemals benutzt habe. Ehrlich gesagt war ich noch nie so richtig für Handarbeiten zu begeistern. Was mich nun mit diesem Webrahmen geritten hat, kann ich gar nicht wirklich sagen. Nicht einmal, ob das Weben tatsächlich etwas für mich ist.

Zum Üben bieten sich Webschals an. So reihte sich also ein Schal an den nächsten. Unterschiedliche Wolle kam zum Einsatz – dicker, mal dünner. Mal war die Wolle blau, dann war sie braun oder rot. Man wächst mit seinen Aufgaben und Herausforderungen, dachte ich so bei mir. Nach Webschal Nummer vier wollte ich mich an etwas anderem versuchen: An einer dünnen Decke für Summer, die ich immer dabei haben könnte, wenn wir unterwegs sind.

Die ersten 50 Zentimeter von der Decke waren geschafft, als der Webrahmen – ohne Vorwarnung – einen Streit vom Zaun brach. Das Webstück verzog sich immer mehr und mehr, wurde immer unansehnlicher. Für den Moment habe ich die Lust am Weben verloren, vielleicht kommt sie wieder. Aber erst, wenn der Webrahmen einlenkt und sich seine Schuld eingesteht.

Webschal drei und vier

Der braune Schal ging ebenfalls mit Überlänge an eine liebe Freundin. Den blauen Webschal wollte ich mir gönnen. Die Wolle ist flauschig und streichelt die Haut. Allerdings hatte ich die Rechnung ohne die Allergie gemacht … gegen irgendetwas in dieser Wolle bin ich allergisch. Also freut sich jetzt mein Lieblingsmensch über einen weiteren Webschal.

selbstgemachter Webschal im Detail

Bilder: © cane

Kommentare

One response to “Selbstgemachte Webschals und der Winter kann an die Tür klopfen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.