Schönmalve

Schönmalve trotzt der kalten Jahreszeit

Während es draußen zwischendurch immer mal wieder schneit und sich die Sonne nicht wirklich durchsetzen kann, blüht oben im Dachgeschoss munter meine kleine Schönmalve. Klein trifft es inzwischen zwar nicht mehr wirklich, denn seit dem Einpflanzen ist sie ordentlich gewachsen. Eigentlich ist diese Pflanze nur ein „Versuch“ gewesen. Die Schönmalve (Abutilon) im Wohnzimmer wächst und wächst, sodass ich ein paar Stecklinge gezogen habe. Nun habe ich eine zweite Pflanze, die sich gut macht.

Einfach und unspektakulär die Schönmalve vermehren
Entweder hatte ich sehr viel Glück oder die Schönmalve lässt sich tatsächlich so einfach vermehren – bei meiner Ma hat es damals nicht so recht geklappt. Als ich meine überdimensionierte Schönmalve im Wohnzimmer ein wenig mit der Gartenschere traktiert hatte, fand ich es einfach zu schade, die abgeschnittenen Triebe in den Müll oder auf den Kompost zu werfen. Schnell habe ich eine durchsichtige Vase aus dem Schrank geholt, mit Wasser gefüllt und die Stecklinge rein gestellt.

Wie lange es gedauert hat, bis sich die ersten Wurzeln zeigten, kann ich gar nicht mehr sagen. Das ist mir schlicht und einfach entfallen. Aber ein außerordentlich langer Zeitraum war es nun nicht.

Nachdem dann ausreichend Wurzeln vorhanden waren, habe ich die Triebe, samt Bambusstäbchen, in einen – inzwischen zu kleinen – Topf gepflanzt. Bei Gelegenheit muss ich für einen größeren Topf sorgen. Damit warte ich aber noch bis März oder April … da ich diverse Zimmerpflanzen umtopfen darf, ist der Zimmerahorn dann auch mit von der Partie.

Schönmalve Blüte

Die Schönmalve bevorzugt einen hellen und sonnigen Standort – lediglich während der Mittagszeit sollte das Plätzchen beschattet sein. Zu warm mag es die Pflanze ebenfalls nicht, besonders im Winter. Das Quecksilber sollte dann nach Möglichkeit nicht über 15 Grad Celsius klettern.

Es hat nicht sonderlich lange gedauert, bis sich die Pflanze in den neuen Räumlichkeiten wohl gefühlt hat. Scheinbar stimmen Licht und Temperatur, sodass sich ziemlich schnell einige Blüten entwickelt haben. Inzwischen befindet sich die Schönmalve in der zweiten Blühperiode.

Schönmalven können zahlreich und imposant blühen. Die Menge der Blüten ist bei meinem Exemplar überschaubar, und auch die Blüte an sich ist jetzt nicht überwältigend. Schlicht orange. Sagen wir mal so: besser als gar keine Blüten. Zudem öffnen sich bei diesem Zimmerahorn nicht alle Blüten gleichzeitig, sondern peu à peu.

Vor gefühlten acht Millionen Jahren hatte ich schon einmal einen Zimmerahorn, der allerdings sehr reich geblüht hat – war die gleiche Sorte. Diese Pflanze hat von mir den Namen „Klebi“ verpasst bekommen. Warum? Weil die Blüten klebrige Tropfen abgesondert haben. Worum es sich dabei gehandelt hat, kann ich nicht sagen. War es vielleicht Nektar?

Braucht eine Schönmalve Pflege?
Falls ja, dann ist meine Pflanze außerordentlich genügsam. Ab und an mal ein wenig Flüssigdünger, Wasser und einen Schnitt.

Gut, Wasser brauchen meine Schönmalven mehr als andere Zimmerpflanzen, die sich bei mir tummeln. Die Pflanze im Wohnzimmer kann ich im Sommer eigentlich täglich gießen, das Exemplar im Dachgeschoss lässt auch recht zügig die Blätter erschlaffen und hängen. Spätestens dann bekommen sie bei mir eine Extraportion Flüssigkeit.

Im letzten Jahr hatte ich häufiger die Schere in der Hand, da die Wohnzimmer-Schönmalve nach jeder Düngergabe förmlich in alle Richtungen geschossen ist. Kaum habe ich Triebe entfernt, waren schon wieder neue nachgewachsen. Es dauert nicht mehr lange, dann darf ich wieder Hand anlegen, da die Pflanze dermaßen wuchert, sodass wir kaum noch durch die Terrassentür kommen.

„Klebi“ war übrigens auch starkwüchsig. Damals konnte ich sie einfach in die Höhe wachsen lassen, da es mehrere Meter bis zur Decke waren. Wenigstens drei Meter hat sie damals geschafft – auch ohne einen Schnitt ist sie dicht und üppig gewachsen.

Neue Töpfe, neue Erde – die Schönmalve umtopfen
Das Exemplar unter dem Dach wird sich nicht als schwierig erweisen. In den nächsten zwei Monaten wird sie nicht sehr arg ausufern … hoffe ich doch. Dem Zimmerahorn unten werde ich wohl einen Rückschnitt gönnen müssen. Wohl einen etwas radikaleren. Ansonsten bekomme ich die Pflanze nicht in neue Erde – Platz habe ich an der Stelle nicht für einen größeren Topf, sodass ich nur die Blumenerde austauschen werde. Dafür verwende ich stinknormale Blumenerde. Die hat auch in der Vergangenheit immer ihren Zweck erfüllt.

Und vermutlich finde ich es wieder einmal viel zu schade, die ganzen abgeschnittenen Triebe in den Müll zu werfen… So wie ich mich kenne, ziehe ich im Laufe des Jahres die nächste Generation aus diesen Stecklingen groß. So langsam geht mir aber echt der Platz aus. Vielleicht sollte ich einfach mal bei den Nachbarn klingeln – der eine oder andere freut sich sicherlich über ein Pflänzchen.

Schönmalve lässt die Hüllen fallen
Die ersten Jahre habe ich im Winter gedacht, dass die Pflanze den Winter nicht überleben wird. Bereits Ende November wurde ein Blatt nach dem anderen gelb und fiel schließlich zu Boden. Der Zimmerahorn glich eher einem Geierbaum. Ich vermute, dass es der Pflanze abwechselnd zu kalt und zu warm war. An manchen Tagen war die Terrassentür immer einen Spalt auf, sodass die eisige Luft direkt an der Schönmalve vorbei zog. An anderen Tagen habe ich mit Hilfe des Kamins für tropische Temperaturen gesorgt. Scheinbar hat sie beides nicht vertragen. Inzwischen sind die Temperaturen gemäßigter, sodass sie noch voll belaubt ist und sogar ab und an wieder blüht.

Bilder: © cane

Kommentare

2 Kommentare zu ‘Schönmalve trotzt der kalten Jahreszeit

    • Hmm, wenn ich wüsste, ob meine Exemplare Samen ausbilden, dann würde ich das glatt mal ausprobieren, wie die dann kommen. Ich finde es immer wieder ärgerlich, wenn Saatgut nicht aufgeht. Ich weiß auch gerade nicht aus dem Kopf, welche Bedingungen die Schönmalve für die Samenaufzucht bräuchte…

      Viele Grüße, Carola

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