Pflanzkübel – es wird Zeit für frischen Wind

Bei dem Wetter vergeht mir zwar die Lust auf die Gartenarbeit, nicht aber auf die gedankliche Gestaltung. So stand ich gestern mit der Teetasse bewaffnet vor dem Wohnzimmerfenster und habe den Garten betrachtet. Und die Terrasse. Und noch einmal das letzte Gartenjahr Revue passieren lassen. Natürlich kam es so, wie es kommen musste und tatsächlich gekommen ist. Ich bin unzufrieden…

Lilien im Pflanzkübel

Praktisch, aber nicht schön. Den Winter werden die Lilien trotzdem hoffentlich darin überstehen.

Wieso und weshalb? Weil irgendwie alles nicht so recht Hand und Fuß hat. Den Garten hübsche ich auf, während ich mich auf der Terrasse zurückhalte. Die sieht irgendwie trostlos aus. Da stehen zwar zwei schöne Stühle, ein Kirschlorbeer und die eingepflanzten Lilien – an dieser Stelle nochmals einen herzlichen Dank an die Lilienhähnchen. Die sind unter anderem übrigens ein Grund dafür, warum die Lilien im Pflanzkübel gelandet sind.

Und genau diese Pflanzkübel sind der eigentliche Grund für meine Unzufriedenheit. Im letzten Jahr habe ich auf Pflanzkübel aus Plastik gesetzt. Die sind leicht, verwittern nicht und halten ergo ewig. Sehr pragmatisch gedacht. Aber wirklich schön sind die Exemplare, die derzeit auf unserer Terrasse stehen, nun nicht. Einen Schönheitspreis kann ich mit diesem Pflanzkübeln definitiv nicht gewinnen.

Diesen Preis möchte ich natürlich nicht einheimsen, aber meine Zufriedenheit zurück erlangen. Und neue Kübel für die winterharten Pflanzen sind sicherlich nicht der verkehrteste Weg. Es ist ja nicht so, dass wir bei unseren letzten Baumarktbesuchen nicht in der Kübel-Ecke rumgeschlichen sind. Vielleicht waren wir auch nur einfach zur falschen Jahreszeit dort. Die Auswahl war nicht sonderlich groß und die Abteilung wirkte schon sehr ausgesucht.

Kirschlorbeer im Pflanzkübel

Der Wackelkandidat…

Inzwischen ist die Auswahl an Pflanzkübeln sehr groß – Material, Farbe, Größe, Gewicht … ach, was weiß ich denn noch alles. Für den Kirschlorbeer hätte ich beispielsweise gerne einen Kübel, der nicht so schnell kippt. Sobald ein wenig Wind über die Terrasse fegt, kann ich wieder raus und die Pflanze aufrichten. Ich bin es, gelinde gesagt, langsam leid. Denn es bleibt nicht beim Aufrichten. Fegen darf ich auch noch, weil ein Teil der Erde eben raus fällt – der Schwerkraft sei Dank.

Insgesamt tendiere ich schon in die Plastik- oder Fiberglas-Richtung. Eben, weil die ohne Probleme über den Winter kommen. Terracotta-Kübel sind natürlich schön, passen auch auf fast jede Terrasse. Aber die winterfesten Exemplare haben schon ihren Preis. Und mein Igel in der Tasche rollt sich recht zügig zusammen … autsch. Sind wir mal ehrlich: Nicht alle Plastikkübel sehen bescheiden aus. Und die neuen Pflanzkübel aus Fiberglas haben ehrlich gesagt auch was. Und das mir, die sich eh schon nicht sonderlich gut entscheiden kann.

Das Internet ist natürlich nicht gerade förderlich für meine Unentschlossenheit. Während die Auswahl in den meisten Baumärkten doch recht überschaubar ist, locken die Online-Shops mit Angeboten, Modellen, Farben, Formen… So habe ich also in zahlreichen Onlineshops gestöbert und mich inspirieren lassen. Zum Leidwesen meines Mannes, da ich den halben Abend damit beschäftigt war mir auszumalen, mit welchem Kübel ich wie was gestalten kann.

Pflanzschalen finde ich zum Beispiel richtig schön. Verschiedene Hauswurze rein, ein paar Kiesel und Steine als Deko und fertig ist das Arrangement. Sieht man zwar häufig, sieht aber immer schön aus. Finde ich zumindest. Und kommt meinem Wunsch nach heimischen Pflanzen entgegen. Die Schalen haben aber auch was als erster Frühlingsgruß. Hyazinthen, Tulpen und kleine Narzissen im Herbst einpflanzen und im Frühjahr die Kaffeetafel damit aufhübschen.

Ich bin ja ein Freund von hohen Pflanzkübeln. Ich liebe es, wenn die Begleitpflanzen ranken und über den Rand hängen. So manch einer verwendet diese Kübel gerne für die runden Buchsbäumchen. Keine Frage, für Buchsbaumliebhaber ist das auf alle Fälle was. Bei mir scheitert es daran, dass ich Buchs nicht sonderlich mag. Für unseren Buchs im Vorgarten habe ich erst Interesse gezeigt, als sich die Buchsbaumzünsler über ihn hergemacht haben und ich ihn endlich ausbuddeln konnte…

Beim Stöbern auf besagter Internetseite habe ich übrigens gesehen, dass es beleuchtete Pflanzkübel gibt. Ich bin da ehrlich gesagt ein wenig hin und her gerissen. Im Dunklen sehen die ja schon cool aus. Muss ich echt gestehen. Ich bin mir allerdings nicht wirklich sicher, ob das in meinen gewünschten naturnahen Garten passt. Wie gut, dass ich das nicht heute entscheiden muss … dafür nutze ich den Winter und die Abende mit meinem Mann vor dem Kamin.

Gemeinsam werden wir uns Ideen im Internet holen, aber auch die verschiedenen Baumärkte und Gartencenter abklappern. Und dann überlegen, was farblich zu uns passt. Ich persönlich tendiere gerade zu einem hellen Grau…

Welche Pflanzenkübel stehen bei euch auf der Terrasse oder dem Balkon, und womit bepflanzt ihr die so?

Bilder: © cane

Kommentare

6 Kommentare zu ‘Pflanzkübel – es wird Zeit für frischen Wind

  1. Ein leidiges Thema. Ich hatte jahrelang auch nur Plastik-Kübel und Kästen. Aber ich habe im Laufe der Zeit den einen oder anderen Topf ausgetauscht gegen Keramik. Im Winter habe ich nur zwei Pflanzschalen aus Stein draußen stehen, alles andere kommt in den Keller oder ins Haus.
    Wenn der Topf so kopflastig ist und immer umfällt, dann beschere ihn zur Not erst mal mit Steinen im Boden.
    Viele Grüße von Kerstin.

  2. Ans Beschweren habe ich auch schon gedacht. Hoffentlich haben sich noch nicht zu viele neue Wurzeln gebildet – den Kirschlorbeer habe ich erst im Spätsommer ausgebuddelt und eingetopft. Der Pflanzkübel sieht auf dem Bild irgendwie größer aus, als er es in „echt“ ist.

    Pflanzschalen aus Stein haben auch was! Das kann ich mir für unsere Terrasse und den Vorgarten auch sehr gut vorstellen. Steinschalen würden auch gut zu mir passen, da ich gerne mit Steinen dekoriere und auch Steine sammel. Ist irgendwie so eine Macke von mir :-)

    Liebe Grüße, Carola

  3. Hm, wir haben sowohl als auch.
    Bis Anfang diesen Jahres hauptsaechlich Altlasten von der Großmutter von Y., jeder unterschiedlich, alle graesslich ;) – meine Favoriten sind die großen, grauen und viereckigen aus dem Baumarkt mit drei Buchstaben, weil es dazu die passenden Untersetzer gibt (das muss auf jeden Fall passen!)

    … fuer die Engelstrompeten aber zu klein, da muss ich naechstes Jahr schauen, ob wer einen neuen braucht. Und da moechte ich eigentlich eher Plastik … wobei sie vermutlich beides sprengen koennen, wenn es zu klein wird.

    Y. bastelt aus kaputten Plastikuntersetzern immer „Pflanzschalen“, mit Achatschneckenhaeuschen (aus meiner auslaufenden Haltung), Steinen und Wurzen.

    • Bei den Engelstrompeten würde ich auch zu den Plastikmodellen tendieren – oder Fiberglas. Hauptsache leicht. Ansonsten macht der Transport ins Winterquartier nicht wirklich viel Spaß.

      Das mit den Pflanzschalen klingt interessant! Gibt es dazu Bilder auf Deiner Seite zum Schauen?

      • Dieses Fruehjahr (so weit ist es weg) hatte ich zwei Engelstrompeten, die ihre Plastikkuebel bereits gesprengt hatten. Ich muss gestehen, dass ich sie bisher etwas stiefmuetterlich behandelt habe, die Groeßte habe ich seit 3 Jahren und sie hat dieses Jahr das erste Mal geblueht *hust* , jetzt weiß ich aber endlich ihre Farbe!

        … ich hoffe aber, dass sie alle den Winter gut ueberstehen (vor allem die panaschierten) und im naechsten Jahr alle bluehen. Der Geruch ist einfach herrlich, auch wenn Y. ihn verabscheut.

        Die Pflanzschalen kann ich gerne einmal vorstellen, etwas Pflanzencontent in der Winterzeit hat auch was.

        • Nach drei Jahren hast Du die Farbe endlich in Erfahrung bringen können? Na, da bin ich jetzt aber neugierig!

          Ich drücke Dir die Daumen, dass die Wintergäste gut über die Zeit kommen.

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