Ein Häufchen hier, ein Häufchen dort…

Es gibt wahrlich nichts Schöneres, als beim Jäten nichts ahnend in einen Haufen zu greifen. Herrlich. Wären es die Hunde gewesen, hätte ich das Häufchen auch nicht prickelnder gefunden. Nun hatte ich eine Ahnung, warum unsere beiden Damen an manchen Tagen im Wohnzimmer schier am Rad drehen. Nachbars Katze rennt durch unseren Garten, auf der Suche nach einem geeigneten Plätzchen. Und ganz sicher zeigt sie den Hunden dabei ab und an mal den Stinkefinger…

Ich könnte es gerade noch so hinnehmen, wenn der Stubentiger seine Hinterlassenschaften mitten auf dem Rasen platzieren würde. Wäre auch nicht toll, aber direkt sichtbar und gut aufzusammeln. Nein, es muss das Beet sein. Natürlich ausgerechnet das Beet mit der lockeren Erde – also das Beet, in dem gerade die jungen Tagetes versuchen was zu werden.

Es ist ja nicht so, dass es sich bei diesem Häufchen um einen Einzelfall handeln würde. Manchmal denke ich, dass die Katze mich bewusst auf die Palme kriegen möchte. Vermutlich liegt es daran, dass ich sie im letzten Jahr laut schreiend aus dem Garten verscheucht habe. Scheinbar ist da jemand nachtragend.

Warum ich die Katze vertrieben habe? Der Stubentiger war auf der Jagd. Und zwar in unserem Kirschbaum. Denn dorthin hatte sich das Eichhörnchen geflüchtet. Auf einem Ast saß das arme Ding vollkommen verängstigt und hat nach einem Ausweg gesucht. Und genau den versperrte auf der einen Seite die Katze – auf der anderen Seite waren die Damen im Garten neben der anderen Terrasse. Das Eichhörnchen ist mit einem Schrecken davon gekommen und die Katze scheinbar nachhaltig ein wenig angesäuert. Die Rechnung bekomme ich nun regelmäßig präsentiert.

Und wahrscheinlich wird sie demnächst die Frequenz erhöhen. Seit Jahren brüten in unserer Hecke die Amseln. Dem Piepen nach zu urteilen, dürften die ersten Jungvögel demnächst wieder durch unseren Garten turnen. Sobald ich das erste Baby entdecke, bin ich natürlich wachsam. In unserem Garten muss ich der Natur in der Hinsicht nicht ihren Lauf lassen. Außerhalb kann ich es nicht verhindern. Aber das muss echt nicht sein.

Zumal es jedes Jahr immer wieder schön zu beobachten ist, wie die Eltern den Kleinen alles Notwendige beibringen. Gerade der erste Wurm ist eine witzige Angelegenheit. Zumindest in dem Moment für mich. Mit all ihrer Kraft zerrt die junge Amsel an ihrem Essen und legt sich dabei echt ins Zeug. Die Nummer ist wirklich filmreif. Und wer dann dabei die Kamera nicht griffbereit hat, ist sicherlich auch klar.

In diesem Jahr bleibt mir also nichts anderes übrig, als mich mit den Häufchen anzufreunden. Im Winter werde ich mir überlegen, ob ich mich im kommenden Jahr mit ein paar Verpiss-Dich-Pflanzen bewaffnen werde…

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