Silber-Frauenmantel

Mit einheimischen Pflanzen einen naturnahen Garten schaffen

Ach je, in den letzten Jahren habe ich Unmengen an Gartenbüchern und -zeitschriften verschlungen. Die darin abgebildeten Fotos habe dafür gesorgt, dass ich mich wieder verstärkt um die Gartengestaltung kümmern wollte. Im Laufe des letzten Jahres habe ich allerdings festgestellt, dass es mit der Gestaltung alleine nicht getan ist. Denn in meinen Augen sollte ein Garten in erster Linie an die Natur angepasst sein und dann erst an mein ästhetisches Empfinden.

So kam es also, dass ich mich bei der Auswahl der Pflanzen neu orientiert habe. Nicht nur, dass ich alte und ungeliebte Pflanzen aus dem Garten verbannt habe. Zusätzlich sorge ich dafür, dass möglichst einheimische Gewächse meinen Garten zieren. Mein Ziel ist ein naturnaher Garten, der unserer Tierwelt als Lebensraum dienen kann.

Eidechsen und Igel werden ganz sicher nicht in meinem Garten heimisch, auch ist kein Platz für einen Teich – aber naturnah heißt ja nicht, dass man ausschließlich in einem großen und parkähnlichen Garten etwas bewirken kann. Auch auf kleinem Raum ist Leben möglich.

Hauswurz

Hinten im Garten gesellen sich neben der Weigelie nicht nur die drei Silber-Frauenmantel, sondern auch Hauswurze. In den kommenden Jahren werden sie ganz alleine den Boden bedecken. Und vielleicht zeigt sich im kommenden Jahr schon die erste Blüte.

Allerdings kann und werde ich natürlich nicht alle nichtheimischen Pflanzen wieder aus dem Garten verbannen. Zu sehr habe ich mich in die Bergenien verliebt, die gerade den seitlichen Teil sowie den Vorgarten zieren. Auch die Kirschlorbeeren, die inzwischen zu stattlichen Exemplaren herangewachsen sind, werden nicht weichen. Aber bei den Neupflanzungen achte ich verstärkt darauf, dass es sich um einheimische Pflanzen handelt.

Bis beispielsweise der Vorgarten so gewachsen ist, dass er mir wirklich gefällt, wird sicherlich noch einiges an Zeit vergehen. Die ungeliebte und kahle Skimmie möchte ich nur zu gerne ausbuddeln. Allerdings weiß ich spontan noch nicht so recht, was ich anstelle pflanzen würde. Vermutlich würde ich dann auch diesen Teil des Vorgartens komplett neu anlegen. Zumal da noch ein paar Bodendecker wie Dickmännchen sind, die ich eigentlich gerne austauschen möchte. Darüber mache ich mir aber nicht mehr in diesem Jahr einen Kopf. Und im kommenden auch nicht. Denn dann ist der hintere Teil dran.

Neben den beiden Kompostbehältern ist noch einiges an Platz. Ich liebäugle momentan ein wenig mit Säulenobst. Interessant wären auf alle Fälle alte Apfelsorten, sofern die als Säulenobst erhältlich sind. Da muss ich mich mal hier in unserer Baumschule erkundigen. Vielleicht haben die ja auch noch Alternativen für mich, an die ich bisher noch gar nicht gedacht habe.

Dann möchte ich dort hinten gerne einen blühenden Baum, der verschiedene Insekten mit Nektar versorgt. Unserer Obstbäume und der Hartriegel sind zur Blütezeit zwar stark frequentiert, aber ein größeres Nahrungsangebot ist sicherlich kein Schaden. Da muss ich etwas genauer schauen, damit der Baum eine moderate Wuchshöhe hat – ansonsten steigen mir die Nachbarn wieder aufs Dach… Und vielleicht auch mal einen Imker fragen, welche Bäumchen sich für meine Zwecke eignen.

Aber jetzt erst einmal geht es auf den Winter zu. Auf diesen bereite ich den Garten und mich gerade vor. Das Laub und der letzte Rasenschnitt wird in den Beeten verteilt, die Hortensien werden erst im kommenden Frühjahr geschnitten, damit die Insekten dort ein wenig Schutz während der kalten Jahreszeit finden, hier und da stehen alte Stammstücke herum – ein wenig Unordnung zum Wohle der Natur. Denn ich finde, dass wir Menschen das der Natur schuldig sind. Es müssen nicht immer großangelegte Projekte sein. Auch kleine Dinge können schon viel bewirken.

Wie ist euer Standpunkt dazu?

Bilder: © cane

Kommentare

2 Kommentare zu ‘Mit einheimischen Pflanzen einen naturnahen Garten schaffen

  1. Jaaaa, genauso sehe ich das auch! Erst gestern habe ich eine Hortensie entfernt, weil sie bei den Bienen einfach nicht ankommt. Jetzt soll da mein Blasenstrauchsämling wachsen, damit ich die Blattschneiderbienen besser bewirten kann. Hoffentlich kommt das winzige Ding über den Winter.
    Vielleicht passt bei dir noch eine Gemeine Berberitze, eine heimische Felsenbirne oder ein Bienenbaum? Eine Echte Mispel wäre auch ein schöner kleiner Baum.
    VG
    Elke

  2. Vor einigen Wochen habe ich den Bienenbaum mit in die engere Auswahl gezogen. An eine Felsenbirne habe ich auch schon gedacht, die ich allerdings dann regelmäßig stutzen muss. Leider… Die Mispel habe ich mir ehrlich gesagt noch nicht genauer angeschaut, was ich aber unbedingt nachholen werde. Berberitzen sind nicht so ganz richtig meins. Vielleicht, wenn ich sie mit anderen Augen betrachte und eines davon zusammenkneife :-)
    Ja, die Hortensien stehen bei den Bienen nicht wirklich ganz weit oben. Aber da wir recht viel Schatten haben, ist die Auswahl dann doch nicht ganz so üppig.

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