Immer im Einsatz: mein Brotbackautomat

Er ist neu und er hat alle zwei Tage sine Pflicht zu erfüllen – meine neueste Errungenschaft: ein Brotbackautomat. Ich fühle mich nicht nur im Garten außerordentlich wohl, sondern inzwischen auch in der Küche. Scheinbar hat mir meine Ma auch ihre Vorlieben vererbt. So krieche ich also nicht nur regelmäßig durch den Garten und buddle in der Scholle. Als Ausgleich bin ich dann auch in der Küche zu finden.

Während der Tomatenzeit habe ich alle paar Tage Tomatensauce gekocht. Wäre mir nicht die dämliche Kraut- und Braunfäule ins Gehege gekommen, wären es noch ein paar Liter mehr geworden, und mein Gefrierschrank würde vermutlich langsam aus allen Nähten platzen. Und da mein Garten nichts mehr hergibt, was sich irgendwie konservieren lässt, beschränke ich mich auf die normale Kocherei für Mann, Hunde und mich. Und da ich eine Vorliebe für frisch Gekochtes habe, stehe ich ab und an auch einmal länger in der Küche, als ich es eigentlich wollte und eingeplant habe. Aber gut. Dafür schmeckt es halt.

Wenigstens nimmt mir der Brotbackautomat die Arbeit ab. So ein Teil ist wirklich außerordentlich praktisch. Ok, schweres Vollkornbrot packt er nicht. Aber das wusste ich schon vorher. Warum ich mir eigentlich einen Brotbackautomat zugelegt habe? Muttis Gene, sage ich da nur. Meine Ma hat über viele Jahre ihr Vollkornbrot selbst gebacken. Nicht nur gebacken. Sie hat sogar das Korn selbst gemahlen. Aufgrund unglücklicher Umstände sind die Mühle und die Küchenmaschine nun in meinen Besitz übergegangen.

Es scheitert nicht am Korn, am Mehl, an den Rezepten, am Sauerteig, dem Backferment oder meiner Fantasie. Nein, Schuld ist eigentlich mal wieder mein Mann. Ok, nicht so wirklich. Vielmehr ist es der Backofen, der die beste Zeit seines Lebens gesehen hat. Er befindet sich langsam in der letzten Phase seiner Daseinsberechtigung in unserer Küche. Und da mein Mann mir noch keinen neuen Backofen besorgt hat, ist er jetzt einfach mal schuld.

Weil ich mir nun einmal in den Kopf gesetzt habe, dass ich zukünftig selbst für unser Brot sorgen möchte, musste eben eine Alternative her. Und das zackig. Nun ist also die Brotbackmaschine alle zwei Tage am rotieren und versorgt uns mit frischem Brot. Mal ist es ein Dinkelbrot, dann mal wieder ein Bauernbrot oder ein 6-Korn-Brot. Auswahl und Abwechslung gibt es genug. Wenn die Phase der fertigen Mischungen beendet ist, werde ich das Mehl auch selbst mischen.

Aber ich kaufe nicht irgendwelche Mischungen. Es muss auch nicht zwingend Bio sein, ist aber dennoch in der Regel meine erste Wahl. Wichtig ist für mich trotzdem, dass sich außer Mehl und Trockenhefe keine weiteren Zutaten, wie Zucker, darin befinden. Mit anderen Worten: Ich studiere erst einmal stundenlang die Zutatenliste, bevor die Packung im Einkaufswagen landet. Auch wenn mein Mann dabei hinter mir steht, weiß ich ganz genau, dass er mal wieder die Augen rollt. Jeder hat halt so seine Macken.

Damit das Brot richtig lecker wird, kommen noch Körner und Kerne mit rein. Sesam, Leinsamen, Sonnenblumen- und Kürbiskerne. Die Kürbis- und Sonnenblumenkerne röste ich vorher noch ohne Fett in einer Pfanne an. Dann sind die deutlich aromatischer, was sich im Brot bemerkbar macht. Diese Zutaten sind für einen Brotbackautomat kein Problem, sodass ich nicht darauf verzichten muss.

In zwei Stunden ist das nächste Brot fertig – ein ganz normales Vollkornbrot ohne Schnickschnack. Da sich der Spätsommer scheinbar wieder verkrümelt hat, muss der Garten heute ohne mich auskommen und ich gehe meinem Tagesgeschäft am Computer nach. Es sei denn, dass heute noch die Pflanzen kommen, die ich bestellt habe…

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