Fliegende Ameisen

Fliegende Ameisen im Garten

Gestern habe ich mich endlich mal dazu durchgerungen, die Hängepelargonien zum Kompost zu schleppen. Nicht, um sie dort zu entsorgen, sondern um den Aufräumarbeiten nachzugehen. Bei über 30 Grad Celsius im Schatten hatte ich nachmittags nichts besseres zu tun, als die Pelargonien auszuputzen.

Kaum habe ich mich voller Hingabe dem Ausputzen gewidmet, flog mir von links immer wieder was um den Kopf. Und wieder. Und wieder. Nachdem ich irgendwann furchtbar genervt war – ausputzen, fuchteln, ausputzen, fuchteln etc. – habe ich dann doch mal geschaut, was mich permanent aus dem Kompost heraus anfliegt.

Es waren fliegende Ameisen. Hunderte. Ach, was rede ich … TAUSENDE. Ok, es waren unzählige Ameisen. Keine Ahnung, wie viele Ameisen sich in die Lüfte aufgemacht haben.

Nun stand ich also inmitten unzähliger fliegender Ameisen, die sich auf die Reise gemacht haben. Eine kurze Reise für die Tiere, denn sehr lange dauert der Hochzeitsflug nicht an. Danach werden viele von ihnen, wenn sie nicht ihren Fressfeinden in die Arme geflogen sind, sicherlich ihre eigene Kolonie aufbauen.

Was aber nichts daran ändert, dass mein Komposthaufen inzwischen eher einem Ameisenhaufen gleicht. Denn irgendwo in den ganzen Gewusel befindet sich die Königin. Ich hoffe, dass ich die Herrschaften mit einem Topf aussiedeln kann. Ich habe keine Lust, wenn ich im Herbst den Kompost umsetze, in das Nest zu greifen. Das Spektakel hatte ich schon im Frühjahr. Bereits Anfang des Jahres haben sich die Herrschaften im Kompost häuslich niedergelassen.

Wenn sie damit leben können, dass ich das eine oder andere Mal ihr Nest zerstöre und sie nicht auf dumme Ideen kommen und irgendwas untergraben (mir reicht schon die Verwandtschaft unter der Terrasse hinten), dann können sie gerne im Kompost bleiben. Dem Kompost tut es gut, da er durch die Gänge gut durchlüftet wird. Auf der anderen Seite ist es ein Zeichen dafür, dass mein Komposthaufen ein wenig zu trocken ist. Ich muss also den goldenen Mittelweg finden.

Ich bin gespannt, ob ich im nächsten Jahr auch wieder zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort sein werde, um erneut fliegende Ameisen im Garten beobachten zu können.

Habt ihr auch schon mal den Schwarmflug so aus der Nähe beobachten können.

Fliegende Ameisen

Die fliegenden Ameisen kurz vor dem Abflug – auf geht es zum Hochzeitsflug, nach der Paarung versterben die Männchen…

Bilder: © cane

Kommentare

4 Kommentare zu ‘Fliegende Ameisen im Garten

  1. Hallo Carola !
    Ameisen, ich mag die nicht, den wo Ameisen sind befinden sich sehr bald Läuse in deren Umgebung und ganz besonders an meinen geliebten Stauden und Sträuchern.
    Wir führen seit Jahren nun einen Kleinkrieg und die Ameisen musst erst mal beobachten wenn ich auf deren behüteten Läuse eine Schar Marienkäferlarven platziere.
    Da ist es vorbei mit dem lustigen melken der Läuse, da bricht sofort ein Krieg aus.
    Meistens werfen sich die Marienkäfer von der befallenen Pflanze um des nächstens die Läuse ratzfatz abzufressen. *breites Grinsen*

    Am Komposthaufen stören mich die auch nicht, man kann sie nicht total ausrotten, ja es geht mit einem derart giftigen Gift das einem selber schon bange wird.

    Ich sammle die lästigen Nester in einem umgestülpten mit Holzwolle gefüllten Tontopf, einige Tage später haben sie dort ihr Nest errichtet und man kann sie abtransportieren.
    Ganz ohne Gift und Mann ist stolz darauf ein ganzes Ameisenvolk bezwungen zu haben.

    Danke für deinen Eintrag in meinem Blog :)

    • Hallo Robert,
      Gift muss auch beim besten Willen nicht sein – das mit dem Topf werde ich auch mal ausprobieren :-) Vielleicht bekomme ich die Herrschaften ja auch gleich mit dem ersten Schwung mit.

      Die Kooperation Ameise und Blattlaus ist echt interessant. Da schaue ich auch gerne mal zu. Wenn es mir allerdings zu bunt wird und die Pflanze nicht zu empfindlich ist, dann greife ich auch mal gerne zum Wasserstrahl. Dann ist auch Ruhe :-) Ich habe zwar schon diverseste Marienkäfer im Garten entdeckt, allerdings habe ich eher das Gefühl, dass die den Rücken in die Sonne halten und einfach nur den Tag genießen…

      Viele Grüße, Carola

  2. Meine Tomaten haben noch keine nennenswerte Früchte bekommen:-( Aber, was ich dich fragen will: ich habe einen Insekten Hotel im Garten und dort hat sich etwas merkwürdiges ereignet: einige Röhrchen sind mit einem wachs ähnlichen Stoff von innen versiegelt. Was bedeutet das? und wer wohnt drin? Ich dachte, ich habe Biene gesehen, aber sicher bin ich nicht. Auch einen Hummel habe ich reinkriechen gesehen. Wieso sind die Röhrchen versiegelt? Hoffentlich ist das normal. Liebe Grüße, Gwen

    • Hallo Gwen,
      ich habe selber zwei Insektenhäuser im Garten – schau mal hier: http://www.canes-pflanzenwelt.de/insektenhotel/ Bei mir sind auch viele dieser Röhrchen versiegelt. Ich meine, dass die Wildbienen diese Röhrchen zum Nisten verwenden. Die Versiegelung ist vollkommen normal.
      Wer sich nun genau alles in so einem Insektenhotel niederlässt, kann ich dir so gar nicht aus dem Kopf sagen. Das hängt auch von den ganzen Materialien ab, die für die unterschiedlichen Insekten verwendet werden (können).
      Drücke dir die Daumen, dass deine Tomaten langsam mal Früchte ansetzen!
      Viele Grüße, Carola

Comments are closed.