Finger vs. Imme

Ich kann von mir behaupten, dass ich vergangenen Sonntag einer Biene im wahrsten Sinne des Wortes den Allerwertesten aufgerissen habe. Ok, hat sie letztlich selbst. Hätte sie nicht gemusst. Schließlich wollte ich nichts von ihr persönlich. Was sie wiederum anders gesehen hat.

Beim Gießen wollte ich dämmliches Ding lediglich die stark frequentierten Triebe der Glockenblume vom Frauenmantel zerren. Der erste Versuch verlief ohne Zwischenfall. Der zweite Versuch hingegen beendete ganz abrupt mein Vorhaben und das Gießen.

Während ich schnurstracks ins Haus lief, habe ich vermutlich Flüche von mir gegeben, die ich Gott sein Dank inzwischen vergessen habe (und meine Nachbarn hoffentlich nicht gehört). Schnell ging es in die Küche zum Kühlschrank, Fenistil drauf und den einzelnen Herren lautstark informiert: „Bienenstich! Bienenstich!“ Ich habe mich schon den Rest des Sonntags in der Notaufnahme liegend sehen … ich bin gegen das Bienengift allergisch. Vor 15 Jahren, als ich den ersten innigen Kontakt mit einer Biene hatte, teilte mir der damalige Arzt mit, dass der zweite Stich vermutlich anders ablaufen wird.

Aber ich hatte viel Glück. Es ist nichts passiert, kein anaphylaktischer Schock. Dafür haben kurz danach zwei Mücken gemeint, dass ich ausgerechnet heute ihre persönliche Tankstelle bin. Wäre ja nicht so das Problem. Warum mussten sich die beiden Blutsauger unbedingt den Finger aussuchen, den schon zuvor die Biene in der Mangel hatte?

Am Sonntag war die Welt noch ganz ok – lediglich die Mückenstiche haben gejuckt (gegen die Mückenabsonderungen bin ich ebenfalls allergisch … man nennt mich auch „Miss Exanthem“). Montag, nach viel Fenistil und Fenistil Hydrocort sowie einer weiteren Salbe, musste dann auch das Kühlpad aus dem Eisschrank raus. Der Finger wurde dick, die Hand ist auch leicht angeschwollen. So verbrachte ich schließlich zwei Tage mit Kühlpad und dem Wunsch, mir die Haut vor lauter Jucken selbst von den Gließmaßen zu reißen. Heute bin ich durch das Gröbste durch. Zwischendurch eincremen und kühlen. Die Schwellung ist gut abgeklungen.

Natürlich bin ich selbst schuld an dem innigen Kontakt mit der Biene. Auf der anderen Seite hätte sie mich auch gewähren lassen können. Schließlich sorge ich für zuckersüße Blüten und gifte nicht im Garten…

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