Endlich kommt die kalte Jahreszeit

Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich freue mich tatsächlich auf die kalte Jahreszeit. Dafür nehme ich sogar die nasskalten und trüben Tage in Kauf. Auch, dass die Tage eher dunkel als hell sind. Der Grund dafür ist meine Leidenschaft für ein prasselndes Feuer im Kamin. Ich liebe es, im Winter den Kamin zum Glühen zu bringen. Am nächsten Morgen, selbst wenn es draußen bitter kalt ist, ist es im Haus noch irgendwie warm. Es ist einfach eine andere Atmosphäre, die mit Heizungswärme nicht möglich ist. Ich bin wahrlich kein Luxusweibchen und kann auf viele Dinge verzichten. Aber den Kamin oder einen Ofen möchte ich nicht mehr missen. Jeder Ofen- oder Kaminbesitzer wird mir sicherlich zustimmen.

Allerdings trägt nicht nur das Feuer dazu bei, dass der Winter meine liebste Jahreszeit ist. Ich liebe diese Ruhe, die es nur während der Wintermonate gibt. Nicht, dass mich das Zwitschern der Vögel oder das Surren der Insekten stören würde, aber im Winter scheint die Zeit still zu stehen, das Leben wird langsamer und ruhiger. Besonders ruhig wird es, wenn Schnee liegt. Kein Geräusch mehr, das diese Idylle stört.

Es ist ja nicht so, dass ich die anderen Jahreszeiten so gar nicht mag. Das Frühjahr fasziniert mich, da alles wieder zu neuem Leben erwacht. Der Winterschlaf mancher Tiere ist beendet und die Pflanzen zeigen wieder, was in ihnen steckt. Die Obstbäume blühen, die Insekten sind auf Nektarsuche und die Luft ist erfüllt von Leben.

Der Sommer trumpft mit seiner schieren Blütenfülle. Überall blüht und leuchtet etwas. In den schönsten Farben kokettieren die Blüten und präsentieren sich vor dem leuchtend blauen Himmel. Allerdings mutieren die Sommer in unseren Breiten zu einer neuen Jahreszeit. Wobei das natürlich noch von Region zu Region schwankt. Unser letzter Sommer war eher kühl und feucht. Was mir doch sehr entgegen gekommen ist. Oh, ich höre wieder diese Stimmen… „Ich möchte einen sonnigen und warmen Sommer!“ Dann kommt dieser Sommer: „Das ist mir jetzt aber zu warm.“ Ja, was bitte denn? Warm oder nicht warm? Ganz ehrlich? Alles über 25 Grad Celsius ist mir zu viel an Wärme. Gegen die Kälte kann ich mich anziehen. Gegen die Wärme aber nicht ausziehen. Irgendwann ist da nur noch die blanke Haut. Und den Sommer in einer Kühlkammer zu verbringen, kann dann auch nicht die Erfüllung sein, oder?

Auch wenn der Herbst durchzogen ist von Regentagen, dichtem Nebeln, stürmischen Tagen und den ersten Frösten, finde ich diese Zeit dennoch sehr attraktiv. Das Laub an den Bäumen verfärbt sich, und diese leuchtenden Farben laden ein zu einem Spaziergang in der Natur. Zur Belohnung, gegen die nasse Kälte, gibt es einen heißen Kakao. Die Natur, und damit auch die Gärten, sehen zwar im späten Herbst und Winter jämmerlich aus. Aber im Frühling beginnt alles wieder von vorne.

Und die kalte Jahreszeit hat für mich einen weiteren Vorteil: Ich liebe die deftige norddeutsche Küche. Grünkohl mit Pinkel schmeckt im Sommer einfach nicht. Das ist ganz widerlich… Ok, zugegeben, alle nicht Norddeutschen finden diesen Gericht ansich schon etwas fragwürdig. Ebenso auch mein Mann. Soll er sich eine Pizza in den Ofen schieben – ich liebe fetten Kohl. Er kann meiner Heimatküche eh nichts abgewinnen. Labskaus nennt er „eine willkürliche Anhäufung von Lebensmitteln“. Banause…

Zurück zu den Jahreszeiten. Welche gefällt euch am besten?

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.