Grüne Tomaten

Tomaten pflanzen, düngen und ausgeizen

Wenn ich so meine eigenen Tomatenpflanzen anschaue, kann ich mir nicht vorstellen, dass die gekauften Exemplare kräftiger geworden wären oder gar noch mehr Blüten und Früchte angesetzt hätten. Und mit den Erfahrungen, die ich nun mit meiner eigenen Aufzucht gemacht habe, werde ich auch im nächsten Jahr ganz sicher wieder selbst Tomaten säen und ziehen. Die Samen keimen zuverlässig. Außerdem habe ich noch einige Samen aus den letzten Samentütchen übrig.

Einige Samentütchen waren wohl eher für „Großgrundbesitzer“ angedacht. Der Inhalt hätte pro Tütchen für mindestens 30 Tomatenpflanzen ausgereicht. In anderen Samentütchen hingegen waren nur sechs Samen, wie bei Green Zebra. Apropos Green Zebra. Mir ist der Name meiner letzten Sorte wieder in den Sinn gekommen: Tigerella. Von dieser Tomatensorte und den Romatomaten habe ich noch so einige Samen übrig. Da die noch ein wenig halten, sind die im nächsten Frühjahr fällig. Und dann werde ich mal schauen, was es noch an Tomatensamen gibt. Es müssen ja nicht jedes Jahr die gleichen Sorten sein.

Dafür werde ich das Prozedere aus diesem Jahr beibehalten. Um Platz zu sparen, werde ich wieder mehrere Samen in ein Töpfchen legen und die Baby-Pflänzchen dann später pikieren. Anstelle eines Pikierstabs nehme ich dazu einen Löffel. Mit dem Stiel hole ich vorsichtig die Pflänzchen aus der Anzuchterde und setze sie in den nächsten Topf. Die Wurzeln werden dadurch zwar verletzt, aber die Pflanze gleichzeitig zum Wachstum angeregt. Die Jungpflanzen habe ich dann in einen größeren Topf gesetzt. Als Substrat für die größeren Töpfe habe ich dann Anzuchterde mit ein wenig Pflanzerde gemischt. So bekommen die Jungpflanzen ein ganz klein wenig Nahrung. Nicht zu viel, damit die empfindlichen Wurzeln nicht gleich am Anfang verbrennen.

Sobald diese Tomatenpflanzen groß genug sind, geht es dann in die endgültigen Kübel. Da ich nicht endlos platz zur Verfügung habe, musste ich mich auf Töpfe mit einem Fassungsvermögen von circa 25 Liter beschränken. Zu gerne hätte ich die Töpfe größer gewählt. Größere Töpfe bedeuten auch gleichzeitig eine bessere Standfestigkeit. Aber nun gut. Zumindest sind mir seitens der Tomaten keine Klagen gekommen. Also reicht ihnen die Größe. Die Pflanzstäbe hätte ich allerdings eine Nummer größer wählen sollen. Eine Länge von zwei Meter wäre dann doch die bessere Wahl gewesen…

grüne Tomaten

Unzählige grüne Tomaten hängen an den Pflanzen…

Beim Pflanzen in den endgültigen Kübel setze ich die Tomaten schräg und tiefer als zuvor in die Erde. Warum? Beides regt die Tomatenpflanze dazu an, noch mehr Wurzeln auszubilden. Dadurch wird die Pflanze deutlich kräftiger.

Das Pflanzen alleine sorgt allerdings noch nicht für eine kräftige Tomatenpflanze und eine reiche Ernte. Dünger ist das Zauberwort. Und an diesem Punkt gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Fertiger Tomatendünger, Hornspäne, Guano, Kompost, Mist und was weiß ich. Normalerweise dünge ich mit Guano und Hornspänen. In diesem Jahr hatte ich zur Pflanzzeit allerdings nur Hornspäne. Als Substrat verwende ich Pflanzerde für Gemüse und schichte in diese Hornspäne ein. Ein paar Zentimeter Pflanzerde, dann eine Handvoll Hornspäne, Pflanzerde, Hornspäne – oben schließe ich dann mit der Pflanzerde ab. Die Tomatenpflanze hat dann kontinuierlich Nahrung. Und nachgedüngt habe ich auch in der Vergangenheit dann nicht mehr. Tomaten sind zwar Starkzehrer und benötigen eine ganze Menge an Nahrung, aber man kann es auch übertreiben. Ein Überangebot an Dünger schadet der Pflanze.

Da das Wetter in diesem Jahr nicht so ganz eindeutig war, habe ich die Eisheiligen abgewartet. Erst am 16. Mai sind meine Tomatenpflanzen auf den Balkon gekommen. Vorher war mir das gerade in den Nächten noch zu kühl. Schließlich hatten die Tomaten vorher Gewächshausflair. Und dann von einem Tag auf den anderen kühle Nächte… Ich denke, das war die richtige Entscheidung.

Die Pflanzen haben es mir mit Wachstum gedankt. Recht zügig ging es in die Höhe. Und die ersten Geiztriebe kamen zum Vorschein. Bei den Cocktailtomaten habe ich natürlich nicht Hand angelegt. Bei allen anderen schon. Und zwar regelmäßig. Die entfernten Geiztriebe schmeiße ich nicht weg, sondern mulche damit die Tomate. Auch die untersten Blätter, die ich grundsätzlich entferne, kommen einfach oben auf die Erde. Die sind recht zügig verrottet.

angegangener Geiztrieb

Diesen Geiztrieb habe ich einfach nur auf die Erde gelegt.

Dass man aus den Geiztrieben neue Tomatenpflanzen ziehen kann, die noch im gleichen Jahr tragen sollen, wusste ich bereits. Dass aber die abgeknipsten Geiztriebe, die ich zum Mulchen lieblos auf die Pflanzerde gelegt habe auch munter treiben, habe ich nicht erwartet. Einige dieser entfernten Triebe wachsen nun ebenfalls. Mal schauen, ob sich tatsächlich bald Blüten zeigen.

Und nun braucht es nur noch Sonne und wieder wärmere Tage und Nächte. So langsam kann ich es nicht mehr abwarten. Ich möchte endlich die ersten Tomaten ernten.

Bilder: © cane

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