Schwarzäugige Susanne – Himmelsstürmer ohne Blüten

In diesem Jahr hatte ich einfach mal Lust auf die Schwarzäugige Susanne. Und da fertig gezogene Pflanzen nicht immer preisgünstig sind, habe ich auf den eigenen Nachwuchs gesetzt. Platz genug war ja noch in meinen wackeligen Minigewächshäusern vorhanden. Also ab mit den Samen in die Anzuchterde.

Dabei habe ich einfach mal ein wenig experimentiert. Die Schwarzäugige Susanne gilt in Sachen Anzucht aus Samen als zickig. Nicht immer gehen die auch wirklich auf. Daher habe ich einige der Samen nach Packungsanleitung mit Erde bedeckt und die restlichen einfach nur auf das Substrat gelegt. Irgendwas wird schon keimen. Dachte ich mir jedenfalls so. Das war auch der Fall. Den Samen war es scheinbar vollkommen egal, ob sie mit Erde bedeckt sind oder auch nicht. Von den vorhandenen 24 Samen sind immerhin 17 aufgegangen.

Nachdem die Jungpflanzen groß genug waren, ging es ans Pikieren und rein in etwas größere Töpfchen. Das haben die Pflänzchen auch gut überstanden. Auch den Umzug in den endgültigen großen Topf. Am Anfang wuchsen sie auch wunderbar. Bis auf eine Schwarzäugige Susanne war bei allen anderen ein rasantes Wachstum angesagt. Das eine Pflänzchen habe ich zu früh pikiert. Das hat es mir wohl etwas übel genommen. Inzwischen wächst diese besagte Pflanze zwar, hat die restlichen Himmelsstürmer aber noch immer nicht eingeholt.

Seit Anfang Mai hängt bei den Nachbarn eine Schwarzäugige Susanne – genau in meinem Blickfeld, wenn ich vom Rechner aus in die Gärten schaue. Eine wunderbar blühende Kletterpflanze. Viele Blüten, orange und gelb, zieren die Pflanze. Trotz der kühlen Nächte und den nicht ganz so warmen Tagen. Beim Anblick dieser Schwarzäugigen Susanne kam bei mir dann auch Vorfreude auf. In der Hoffnung, dass meine Kletterpflanzen ebenfalls so schön werden. Was soll ich sagen…

Der Zeitpunkt im Mai vor den Eisheiligen erschien mir einfach noch zu früh. Meine Himmelsstürmer waren nicht abgehärtet. Nachdem die Nächte etwas wärmer wurden, habe ich zumindest einen Topf auf die Terrasse geschleppt. Die erste Zeit war kritisch. War ich zu voreilig? Als die Tage dann auch etwas wärmer wurden und die Eisheiligen begannen, waren dann auch die anderen beiden Töpfe mit den restlichen Susannen fällig. Auch die hatten am Anfang so ihre Probleme.

Und dann kam der Mehltau… Kaum hatten sich die Pflanzen endlich mit ihrer neuen Umgebung arrangiert, machten sich die Pilzsporen breit. Nicht nur bei mir – auch in den anderen Gärten. Vor allem in den Vorgärten, waren viele Rosen befallen. Also habe ich mich daran gemacht, meinen Knoblauch-Zwiebel-Tee anzusetzen. Riecht zwar gewöhnungsbedürftig, hat aber geholfen. Allerdings sah jede Schwarzäugige Susanne ein wenig gerupft aus. Ich war kurz davor, sie zu entsorgen. Was ich natürlich nicht getan habe.

Schwarzäugige Susanne

Eine der wenigen Blüten an meiner Schwarzäugigen Susanne…

Die Tage wurden wärmer, die Nächte ebenfalls und die Kletterpflanzen haben wieder das Wachsen angefangen. Die Schwarzäugige Susanne gilt als schnellwüchsig. Meine Exemplare sind da allesamt eine Ausnahme. Die Damen mögen es lieber gemütlich und schön langsam. Das bezieht sich bei meinen nicht nur auf das Wachstum. Auch die Blüten lassen auf sich warten. Ganze sechs Blüten habe ich an einer der neun Pflanzen entdecken können.

Was bitte passt den Damen nicht? Es gibt Wasser und Nahrung, einen geschützten Standort und einen schönen Blick in den Garten. Ich bin langsam wirklich frustriert. Gerade habe ich wieder einen Blick in den Nachbargarten geworfen. Da bekommt man echt Pipi in die Augen.

Gestern war meine Überlegung, ob die Schwarzäugige Susanne vielleicht doch noch mehr Sonne möchte, als ihr der Platz auf der Terrasse bietet. Eigentlich sollte das ausreichen. Die Morgensonne wärmt sie über mehrere Stunden, dann ist ein wenig Pause durch die Bäume und ab Mittag ist dann wieder die Sonne präsent. Jetzt versuche ich es auf der anderen Terrasse. Da bekommt Sie von morgens bis mittags mehr oder weniger die volle Sonne. Vielleicht kann ich dort endlich mal eine blühende Schwarzäugige Susanne betrachten.

Bild: © cane

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