Wildbiene im Stuhl

Ja, spinnt die denn?

Nicht ich, nicht eine der Hundedamen, sondern die Wildbiene, die mich gestern fast zur Verzweiflung gebracht hat. Als ich gestern im Büro und Anzuchtzimmer nach dem Rechten schauen wollte, summte es neben mir. Mein Blick blieb an besagter Wildbiene heften, die wie ferngesteuert auf die kleine Tonfigur zuflog. Madame kreiste nicht um den Tongärtner herum, sondern flog ihm in den Po. Aus töpfertechnischem Hintergrund – der mir entfallen ist – ist die Figur nicht massiv, sondern hat innen einen bleistiftdicken Hohlraum … eben ab dem Po.

Tongärtner

In dieser Tonfigur, die nun auf dem Balkon steht, wollte die Wildbiene ihr Nest im Büro bauen. Was sie mittlerweile auch getan hat. Ich bin gespannt, was ich in der nächsten Zeit beobachten kann.

Und genau in diesen Holraum flog die Wildbiene, um dort ihr Nest zu bauen. Das wäre ansich ja kein Problem … würde die Tonfigur nicht auf dem Schreibtisch stehen und ich nicht gegen das Bienengift allergisch wäre (Wildbienen sind zwar nicht aggressiv, aber man kann ja nie wissen). Also habe ich den Tongärtner schnell auf den Balkon gestellt. In der Hoffnung, dass das Flugtier sich damit zufrieden gibt. Aber da habe ich die Rechnung ohne die Wildbiene gemacht. Denn die war keineswegs zufrieden mit dem Plätzchen auf dem Balkon.

Insgesamt hat ihr das Büro und Anzuchtzimmer so gut gefallen, dass sie sich dort prompt auf die Suche nach einer neuen Bleibe gemacht hat. Und wie es sich für eine gute Wildbiene gehört, ist sie natürlich auch fündig geworden. Die Wahl fiel auf Frau Feodor. Ihr erinnert euch? Frau Feodor ist der neue Schreibtischstuhl…

Also hatte ich nur noch eine Möglichkeit, damit die Wildbiene und ich uns nicht im Streit trennen … einer von uns beiden musste einen Kompromiss eingehen und das Büro verlassen. Den Kürzeren hat gezogen: richtig, die Wildbiene. Das kommt davon, wenn man so penetrant ist.

Heute Morgen habe ich gesehen, dass sie die Tonfigur auf dem Balkon bezogen hat. So hat die Geschichte also doch noch ein gutes Ende gefunden.

Wildbiene

Fleißige Wildbiene – so mache fliegt immer wieder das Insektenhotel an.

Auch in den Insektenhotels fühlen sich die Wildbienen sichtlich wohl. Die letzten beiden Tage habe ich das bunte Treiben immer mal wieder beobachtet. Und bin zu der Erkenntnis gelangt, dass ich über kurz oder lang wohl expandieren sollte. Wenn ich mal wieder im Baumarkt bin, auch werde…

Da die Süßkirsche gerade mit der Blüte begonnen hat, demnächst der Apfel folgt und zum Schluss der Hartriegel alle bei Laune hält, braucht jeder so seine Bleibe. Schließlich möchte ich eine reiche Ernte einfahren. Im Anzuchtzimmer warten zehn Tomatenpflanzen, 16 Paprika sowie acht Auberginen darauf, in ihren endgültigen Kübel gepflanzt zu werden … um dann später mit Hilfe der Flugschar viele Früchte anzusetzen. Eine Hand wäscht halt die andere.

Aber bis die Wildbienen, Hummeln und all die anderen Pollen- und Nektarhungrigen mit meinem Gemüse auf ihre Kosten kommen, dauert es noch einen Moment. Ich bekomme das Datum „Eisheilige“ nicht aus meinem Kopf. Bisher habe ich mich noch nie getraut, vor diesen Tagen die Wärmebedürftigen auf den Balkon oder die Terrasse zu stellen. Schauen wir mal, ob mich das Wetter überzeugen kann und die Saison bei mir in diesem Jahr eher beginnt.

Wie haltet ihr das mit den Eisheiligen? Seid ihr da auch so vorsichtig mit dem jungen Gemüse und den Blumen?
Wie sieht es bei euch mit dem ganzen Fluggetier aus? Oder bekommt ihr die eher weniger zu Gesicht?

Bilder: © cane

Kommentare

4 Kommentare zu ‘Ja, spinnt die denn?

  1. Und Du denkst, dass das gut geht in der Tonfigur? Ich hätte da kein gutes Gefühl.
    An die Eisheiligen habe ich mich nie gehalten. Wenn ich denke dass es warm genug ist, so kommen die Pflanzen aus dem Haus hinaus in den Garten. Meine Dahlienknollen habe ich letzten Sonntag eingebuddelt und auch Blumen gesät. Nur noch zwei Pflanzen stehen im Arbeitszimmer, die später noch nach draußen kommen.
    Viele Abendgrüße von Kerstin, bei der immer noch die Sonne lacht.

    • Die Tonfigur steht ganz oben auf dem oberen Balkon. Da kommen die Hunde momentan eh nicht hin. Inzwischen ist sie mit dem Tongärtner eh „fertig“ – ich habe gestern mal geschaut: Der gesamte Hohlraum ist bereits geschlossen. Als Madame Wildbiene gemerkt hat, dass die Balkontür auf ist, hat sie sich gleich wieder auf Frau Feodor gestürzt. Da musste ich dann leider die beiden Löcher in der Lehne mit Tesa verschließen. Aber auch im Tisch befinden sich Löcher… Ich muss mir unbedingt einen Vorhang für die Balkontür organisieren, damit ich im Sommer ohne Probleme die Tür auflassen kann.

      Das mit den Eisheiligen hat sich bei mir irgendwie festgesetzt. Wobei ich meine eingepflanzten Tagetes und die Schwarzäugige Susanne (die imHängegefäß) schon draußen habe. Die Susi allerdings an einem geschützten Ort (das Gartenhaus strahlt die Wärme abends ab). Bisher hat sie es gut überstanden. Daher denke ich, dass ich die andere Susanne heute auch nach draußen bringen werde. Nicht zuletzt, damit ich oben auch Platz habe.
      Die Nachbarn haben sogar schon ungeschützt ihre Dipladenien draußen…

      Gell, gestern war ein toller Frühlingstag ;-).

      Viele Grüße, Carola

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