No-Poo Haarseifen

Ich hab die Haare schön, ich hab die Haare schön…

Das Zauberwort heißt „No-Poo“. No-Poo? No-Poo! Mit anderen Worten: Kein Shampoo. Seit vier Monaten lebe ich komplett ohne Shampoo. Freiwillig und jeden Tag ein Stückchen lieber – das war die beste Entscheidung meines Lebens. Also für mich und meine Haare.

No-Poo – was ist das?
No-Poo heißt nichts anderes, als kein Shampoo (zu verwenden). Was nicht heißt, dass No-Pooler verwahrlost sind oder den ganzen Tag mit fettigen Haaren beziehungsweise einem verdreckten Kopf durch das Leben wandern. Im Gegenteil. Es gibt Alternativen zu Shampoo.

Welche Alternativen es gibt? Nun, neben Haarseifen kann man zum Haarewaschen auch Natron, Ghassoul oder Roggenmehl verwenden, um nur ein paar mögliche „Ersatzshampoos“ zu nennen. Einige No-Pooler verwenden zum Waschen ausschließlich Wasser. Auch das ist möglich. Oder sie waschen gar nicht mehr und bürsten die Haare nur noch – mit Sisal oder Wildschwein.

Warum ich mich für No-Poo entschieden habe
Im Moment versuche ich so natürlich wie möglich zu leben – eigenes Brot, Gemüse und und und. Da ich mich bewusst für diesen Weg entschieden habe, gehört für mich und mein inneres sowie äußeres Wohlbefinden auch eine alternative Körperpflege dazu. Also der Verzicht auf Parabene, Silikone, Palmöl und was nicht noch alles in Shampoos enthalten ist.

Eigentlich bin ich nur durch Zufall auf No-Poo gestoßen. Bei Facebook habe ich einen Artikel darüber gelesen. Für mich schlüssig klingend. Denn eine Frage sprang mir sofort ins Hirn: Wie haben wir uns eigentlich vor Shampoo die Haare gewaschen und sie gepflegt?

Nach dem gelesenen Artikel habe ich bei Facebook nach entsprechenden Gruppen geschaut und bin fündig geworden. Schnell angemeldet, noch schneller aufgenommen worden und die Inhalte der Gruppen standen mir zur Verfügung. Dann hieß es erst einmal lesen und informieren. Je mehr ich darüber gelesen habe, desto überzeugter war ich: No-Poo ist mein Ding.

Also habe ich es ausprobiert. Nicht skeptisch, wie man manchmal neuen Sachen gegenüber eingestellt ist, sondern voller Vorfreude und Neugierde. Wobei ich nach vier Monaten nicht sagen kann, was überwog … die Vorfreude oder die Neugier auf das, was das „Ohne-Shampoo-waschen“ eigentlich ist.

No-Poo die Haare waschen
Das erste Mal Haarewaschen ohne Shampoo stand an. Und die Frage: Womit soll ich meine Haare waschen? Verschiedene Haarseifen und Ghassoul waren bestellt, aber noch nicht angekommen. Es blieb nur noch Roggenmehl. Ja, Roggenmehl. Aber eben nur Roggenmehl. Alle anderen Mehle aus Getreide werden zur Vollkatastrophe im Haar.

So habe ich schnell Wasser und Roggenmehl gemischt, verrührt und bin unter die Dusche gehüpft. Verteilt und einwirken lassen. Fünf Minuten können elendig lang erscheinen… Beim ersten Mal hatte ich noch kein Gefühl dafür, wie viel „Roggenpampe“ ich eigentlich benötigen würde. Also lieber mehr anrühren, als später unter der Dusche zu stehen und nur die Hälfte an Haaren waschen zu können. Und was macht man mit dem Rest angerührtem Roggenmehl? Den Körper damit waschen. Jawoll. Das macht übrigens zartweiche Haut. Seitdem rühre ich immer etwas mehr an und reinige auch Gesicht und Körper damit. Übrigens: Seitdem brauche ich keine Creme mehr für mein Gesicht!

No-Poo Haarseifen

Meine noch verpackten Haarseifen aus zwei verschiedenen Manufakturen – handgesiedet übrigens. Ich bin gespannt, wie sich meine Haare mit diesen anfühlen werden.

Und dann kamen die Haarseifen. Selbstredend bei kleinen Manufakturen bestellt. Hier in der Umgebung habe ich noch keinen Seifenladen ausfindig gemacht, sonst wäre ich natürlich dorthin gefahren.

Die Haarseifen riechen toll und fühlen sich noch toller an. Derzeit habe ich drei Seifen in Gebrauch, da es besser ist, zu rotieren.

Auch Ghassoul habe ich ausprobiert. Das hat bei mir alles aus den Haaren raus geholt – so sauber waren sie noch nie. Allerdings hat das Ghassoul auf meine Haare eine sehr austrocknende Wirkung, sodass ich es nicht mehr für die Längen und Spitzen verwenden würde. Aber insgesamt war es sehr angenehm.

Gebürstet habe ich auch. Das war sehr angenehm. Allerdings haben die Haare sehr schnell gefettet, weil die Kopfhaut dadurch zur Produktion angeregt wird. An dem Thema nur Bürsten werde ich aber nochmals arbeiten. Aber nicht heute oder morgen, später, wenn die Zeit reif dafür ist.

Vier Monate No-Poo – so sieht es aus
Nach vier Monaten kann ich sagen, dass ich die Wäschen mit Roggenmehl und Haarseifen liebe. Abwechselnd wasche ich damit meine Haare.

Was sich seitdem verändert hat? Nun, meine wirklich feinen Haare sind fester geworden. Gesund sind sie zudem auch noch. Und man mag es nicht glauben, aber ich komme seitdem besser mit der Bürste, sogar mit einem ganz feinen Kamm (!) spielend leicht durch die Haare. Das war vor No-Poo ein Ding der Unmöglichkeit. Das Bürsten, insbesondere der Spitzen, war ein täglicher Kampf. Aber nicht nur das Bürsten ist eine positive Begleiterscheinung bei mir, sondern auch, dass ich deutlicher weniger Haarausfall habe. All das ist übrigens auch meiner Friseurin vor einer Woche positiv aufgefallen!

Derzeit gefallen mir Roggenmehl und Haarseifen ausgesprochen gut. Aber ich bin auch neugierig auf die Variante des nur Bürstens – Sebum only. Allerdings ist das ein Prozess, der über mehrere Monate hinweg andauern kann, bis sich die ersten Erfolgserlebnisse bei dieser Methode einstellen. Was mich nicht wirklich abschreckt, aber es ist noch nicht für mich an der Zeit, das auszuprobieren.

Mein Fazit
Nach der kurzen Zeit habe ich gemerkt, dass No-Poo absolut mein Ding ist und ich es beibehalten werde. Es tut mir und meinen Haaren gut. Und der Umwelt…

No-Poo ist mein Weg, den ich beibehalten werde. Ich bin froh, dass ich das für mich entdecken durfte.

Neugierig geworden?
Jedes Haar ist anders – was bei mir toll ist, kann bei euch in die Hose gehen und umgekehrt. Zudem gibt es verschiedene „Ersatzshampoos“. Deshalb lege ich euch ans Herz, wenn ihr No-Poo ausprobieren und für euch entdecken möchtet, vorher Informationen einzuholen. Im Internet, in Büchern, beides ist möglich.

Bilder: © cane

Kommentare

8 Kommentare zu ‘Ich hab die Haare schön, ich hab die Haare schön…

  1. Liebe Cane, ich bin gerade über den Garteninspektor über Dich gestolpert. Über Haarpflege ohne Shampoo habe ich auch schon einiges gelesen, allerdings bin ich da etwas skeptisch. Funktioniert das wirklich? Rennt man nicht mit fettigen Haaren durch die Gegend? Vielleicht probiere ich das mal mit der Roggenmehlpampe. 🙂

    lg kathrin

    • Liebe Kathrin,
      willkommen auf meinem Blog 🙂

      Ja, es funktioniert tatsächlich 🙂 Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, sich die Haare zu reinigen – es muss nicht zwingend Roggenmehl sein.
      So verschiedene, wie Haare sind, brauchen sie auch unterschiedliche Methoden. Der eine kommt besser mit Haarseifen zurecht, der nächste mit Ghassoul, ein anderer bürstet nur (auch das geht, wie auch nur Wasser), ein weiterer eben Roggenmehl.
      Ich persönlich komme super mit Roggenmehl zurecht. Und auch mit Haarseifen. Seitdem ich die beiden Methoden verwende, haben sich meine Haare tatsächlich positiv verändert.

      Es gibt Bücher zum Thema (auch als EBook) und auf Facebook verschiedene Gruppen. Bevor ich mit No-Poo angefangen habe, habe ich mich auf in den Gruppen durchgelesen, um mir einen Überblick zu verschaffen. Und dann bin ich noch auf ein ein EBook gestoßen, dass für mich alles abgerundet hat (da hatte ich allerdings schon mit No-Poo begonnen).

      Ich würde mich freuen, wenn du berichtest, ob oder ob nicht No-Poo und wie es dir gefällt 🙂

  2. Klingt interessant. Ein Foto fehlt aber 😉

    Das Thema habe ich ja auch mal „angelesen“, aber daran getraut habe ich mich nicht … einige Zeit habe ich versucht, auf silikonfreie Shampoos zurückzugreifen (will meine Haare ja lang züchten und die Silikone werden gerne verteufelt), aber bei so was fehlt mir immer irgendwie das Durchhaltevermögen.
    Irgendwann leuchtet mir doch eine Shampoo-Verpackung entgegen, auf der ein „Neu“ prangt und dann ist es um mich geschehen, ich liebe es, neue Sachen auszuprobieren. Eben total das Opfer 😉

    • Ja, ich gebe zu, ein Foto fehlt da noch 🙂 Bei der nächsten Roggenmehlwäsche reiche ich eines nach (hoffentlich vergesse ich das nicht…).

      Hmm, bei No-Poo gibt es eine Menge zu entdecken – auf vielen Sachen steht „Neu“ 🙂 Gerade bei der Vielzahl an Haarseifen, die es zu kaufen gibt. Da kannst du permanent was entdecken und deine Neu-Neugierde befriedigen.

      Eine „Nebenwirkung“ habe ich allerdings in den letzten Monaten festgestellt … meine Haare wachsen schneller…

      • Ob das wirklich eine Nebenwirkung vom No-Poo ist? (es wäre ein bei mir gewünschter Effekt ;))
        … du hast ja auch geschrieben, dass du sonst einiges verändert hast (Ernährung).

        • In den Facebook-Gruppen habe ich des Öfteren gelesen, dass sich das Haarwachstum beschleunigt hat. Woran es letztlich liegt…

          In Sachen Ernährung habe ich dahin gehend etwas verändert, dass ich zunehmend mehr selber mache (Gemüsebrühpaste, Nutella, Teige, Brot etc.) und bewusst regionales Obst und Gemüse kaufe (wenn möglich Bio). Sicher macht sich das bemerkbar, allerdings ist No-Poo eine natürliche Haarangelegenheit, die ohne die Chemie, die in Shampoos etc. enthalten ist, aus.

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