grüne Tomaten

Ein kleiner Rückblick auf das Gartenjahr

In diesem Jahr hat sich einiges hinten im Garten getan … Bäume raus, dafür andere rein, neuer Rasen (oder vielmehr ENDLICH Rasen – vorher war es eine ausgewachsene Mooslandschaft mit einer ganzen Menge Wildkräutern). Derzeit gibt es viel Rasen, kein Moos und die Wildkräuter melden sich auch wieder zu Wort. Dem Löwenzahn werde ich nach und nach das Fürchten lehren, die Gänseblümchen dürfen gerne bleiben. Und der Rest wird sich zeigen.

Was musste weichen, was durfte einziehen?
Den Garten verlassen haben unter anderem zwei Lorbeerkirschen, was ich nicht sonderlich bedaure. Einige stehen noch dumm rum, aber das nennt sich dann wohl Kompromiss. Vielleicht werden die auch mal ganz fruchtbar krank, dass auch sie gehen müssen. Das wäre aber auch schade 😉

Garten chaotisch

So sah der Garten hinten viele Wochen lang aus, bevor endlich der Rollrasen gelegt werden konnte. Aber das Warten hat sich gelohnt.

Gekommen sind zwei Felsenbirnen. Da auch die Kirsche leider weichen musste, wollte ich in der Ecke, in der der sie vorher stand, einen kleinen Ersatz haben. Die Ecke ist schon recht schattig ist (eine Efeuhecke und die Garagenwand sorgen für den Lichtmangel), wollte ich dem Rasen zuliebe keinen Baum mit viel Laub. Felsenbirnen haben eine lichte Krone und sind prima für diesen Zweck. Außerdem blühen sie schön und tragen auch noch leckere Früchte, die ich mir vermutlich mit diversen Vögel teilen darf. Wenn mir die Ausbeute meiner eigenen Beeren zu gering sein sollte, kann ich durch die Straßen streifen und auf Beutefang gehen – die Stadt hat unzählige Felsenbirnen angepflanzt, die immer sehr voll hängen.

Felsenbirnen

Meine beiden Neuzugänge – die Felsenbirnen machen sich gut in der Ecke und sind inzwischen prima angewachsen.

Beerensträucher und Säulenobst
Obwohl die Beerensträucher noch recht klein sind, konnte ich sie doch einiges ernten. Natürlich hingen nicht so viele Beeren dran, dass ich Gelee oder Marmelade einkochen konnte. Aber doch so viele, dass ich mich immer mal wieder satt naschen konnte.

Das Säulenobst hingegen braucht wohl noch eine Weile, bis es sich lohnt mit der Ernte. Zumindest konnte ich mir drei Birnen schmecken lassen und einige Äpfel. Die Pflaumen waren befallen (ich muss noch rausfinden, womit) und somit der totale Reinfall. Oder Ausfall. Wie man es denn sehen möchte. Den Winter über werde ich mir überlegen, ob die Pflaume wieder auszieht oder nicht. Allerdings weiß ich überhaupt nicht, was ich stattdessen dort hinpflanzen könnte. Der Boden ist an der Stelle recht beschattet – derzeit gesellen sich dort Funkien und Bergenien. Über den Winter werde ich meine Bücher wälzen und mich auf die Suche nach Sträuchern für diese Ecke machen, über die auch die Insekten herfallen werden.

kranke Pflaume

befallene Pflaume

Eine der beiden Stachelbeeren, die grüne Sorte (die mir nicht wirklich geschmeckt hat), ist von heute auf morgen trocken geworden. Zum Glück sind von unten neue Triebe hochgekommen, sodass ich das Hochstämmchen massakrieren konnte. Ich lasse mich überraschen, was im nächsten Jahr passiert. An der Stelle kann ich mir auch Heidelbeeren gut vorstellen.

Apropos Heidelbeeren. Die Sträucher sind noch klein, ergo war die Ausbeute gering. Dafür aber lecker. Ich werde sie hegen und pflegen, damit sie sich bei mir wohlfühlen und mir viele Beeren bescheren werden.

Heidelbeeren

Selbst einige eigene Himbeeren konnte ich ernten. Im letzten Jahr habe ich einige Ruten von Manuela bekommen und eingetopft. Ich bin gespannt, ob es im nächsten Jahr mehr werden. Auf alle Fälle waren sie sehr lecker 🙂

Minigurken und Zucchini
Kann man machen, muss man nicht. Da die meisten Baby-Minigurken direkt vertrocknet sind, habe ich nicht lange gefackelt und den Topf in der Biotonne ausgeleert. Mein Fazit: Minigurken kann man prima kaufen, muss man nicht zwingend selber anbauen. Oder ich habe einfach kein Händchen dafür, was natürlich auch möglich ist.

Minigurke

In den letzten Jahren hatte ich immer Zucchini. Ich denke, das war das letzte Jahr, dass ich mich mit denen aufgehalten habe. So richtig wollen die bei mir nicht. Aus Platzmangel habe ich sie ganz oben auf den Balkon gestellt – dort ist es sonnig und muckelig. Allerdings hat kaum eine Bestäubung stattgefunden, sodass ich keinen nennenswerten Ertrag hatte. Der Platz ist alles andere als eine gute Wahl für Zucchini. Unten habe ich keine Stellmöglichkeit mehr, also werden Zucchini gekauft, wenn sie Saison haben und ich welche benötige. Damit kann ich leben.

Chili und Paprika
Da ich nicht alle Samen aufgebraucht habe, werde ich im nächsten Jahr die ganzen Chilisamen säen und Pflanzen ziehen. Dem Mann schmecken sie – sie sind ausreichend scharf, aber nicht zu scharf. Derzeit trockne ich einige von der diesjährigen Ernte. Leider ist nur aus einer gezogenen Pflanze was geworden, sodass ich nicht prahlen kann.

Die Paprika (Nocturne aus Osteuropa) sind durchaus lecker, aber ich fürchte, dass ohne Gewächshaus die letzten Früchte, die noch an den beiden Sträuchern hängen, nicht mehr ausreifen werden. Die beiden Pflanzen setzten noch immer Blüten und Früchte an, aber so langsam wird es einfach zu kalt. Und in den vergangenen Tagen hatten wir deutlich mehr Regen als Sonnenschein. Also kein Wetter für Paprika. Einige Samen habe ich noch übrig – vielleicht versuche ich im nächsten Jahr nochmals mein Glück mit ihnen.

Paprika Nocturne

Die Paprika sind tatsächlich schwarz, werden dann aber grün und reifen schließlich rot aus.

Tomaten (satt)
Für Tomaten scheine ich eindeutig ein Händchen zu haben – auch wenn es zu Anfang in diesem Jahr ganz anders aussah. Sie wollten nicht wachsen, sie waren zickig … sie waren einfach doof. Irgendwie. Inzwischen bin ich mehr als begeistert. So viele Tomaten hatte ich noch nie!

Ich habe schon viele geerntet und noch immer hängen die Tomatenpflanzen voll. Mit grünen Tomaten, mit halbreifen Tomaten, mit reifen Tomaten. Man könnte es auch Tomatenschwemme nennen.

Bereits im letzten Jahr habe ich mich dazu entschlossen, nicht mehr alle Triebe auszugeizen. Dieses Jahr habe ich viele Geiztriebe verschenkt (sie wachsen schnell zu großen und tragenden Pflanzen heran) und viele stehen lassen. Vermutlich werden wir nicht alle essen können, sodass ich noch Tomatensauce kochen und einfrieren werden. Vielleicht versuche ich mich auch mal an Ketchup. Pizzasauce haben wir inzwischen ausreichend, damit kommen wir mehr als gut über den Winter.

Besonders die blauen Tomaten (Fahrenheit Blue) haben es mir angetan, während Manuela von den Wildtomaten (Humboldtii Wildtomate) begeistert war – ergo werde ich die restlichen Samen im kommenden Jahr bei der Aufzucht anders verteilen.

blaue Tomaten

Die blauen Tomaten werden im unteren Bereich rot, wenn sie reifen.

Eine Überraschung wird das beigepackte Samentütchen werden – eine bunte Mischung, die der Samenverkäufer der Sendung beigelegt hatte. Ich freue mich drauf, auch wenn ich überhaupt keine Ahnung habe, um welche Tomatensorten es sich handelt.

Mein Fazit
Der Anbau von Obst und Gemüse lohnt sich auch in einem kleinen Garten. Die Ausbeute ist natürlich nicht hoch und es langt nicht mal im Ansatz für die Selbstversorgung. Aber dennoch ist es doch schön, Eigenes ernten zu können. Da ich das Gemüse in Töpfen ziehe, bin ich flexibel und kann jedes Jahr was neues anbauen, wenn ich möchte.

Bilder: © cane

Kommentare

One response to “Ein kleiner Rückblick auf das Gartenjahr

  1. Bei uns war es kein gutes Jahr. Zu nass, zu trocken, zu viele Schnecken. Samen ist nicht aufgegangen, gekaufte Pflanzen sind eingegangen, keine Birnen (alle schon am Baum verfault), keine Pflaumen (sie blühten, aber den Bienchen war es zu kalt). Nur Himbeeren und Brombeeren konnte ich ernten. Aber die Sträucher sind noch jung und geben noch nicht so viel her.
    Nächstes Jahr ist ein neues Jahr …
    Liebe Abendgrüße von Kerstin.

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